Moment mal. Was hat sie eigentlich wirklich gesagt?

Momen­tan empö­ren sich eine Rei­he von Bon­ne­rin­nen und Bon­nern über die Fra­ge “Was wird aus dem Bon­ner Stadt­mu­se­um?” Aus­lö­ser war das Inter­view mit der Kul­tur­de­zer­nen­tin Bir­git Schnei­der-Bön­nin­ger zur Zukunft des Bon­ner Stadt­mu­se­ums, am 19.10. im Gene­ral Anzei­ger. Nun for­miert sich Pro­test in den Kom­men­ta­ren im GA-online, in Leser­brie­fen und auf face­book: man dür­fe die wert­vol­len Samm­lungs­be­stän­de nicht “auf den Müll wer­fen”, statt das kul­tur­his­to­ri­sche Gedächt­nis der Stadt zu erhal­ten sol­le das Muse­um in ein “Bür­ger­la­bor mit Muse­ums­lei­ter­kol­lek­tiv” umge­wan­delt wer­den — so zitiert Leser­brief­schrei­ber und Face­book­kom­men­tie­rer S. Eisel die Kul­tur­de­zer­nen­tin nicht ganz kor­rekt. Denn gesagt hat sie — und zwar nach einer ziem­lich pro­vo­ka­ti­ven Fra­ge des Inter­view­ers, mit der er ihr die Kom­pe­ten­zen  für die­sen Pro­zess abspricht: “Wir wol­len (…) sehen, was die Bon­ne­rin­nen und Bon­ner sich wün­schen. Viel­leicht gibt es am Ende ein Muse­ums­lei­tungs­kol­lek­tiv. Das wür­de ich erst­mal offen­las­sen.” Also nicht: so wird das neue Stadt­mu­se­um, son­dern: wir wol­len gemein­sam über­le­gen. Die von Frau Schnei­der-Bön­nin­ger mit gro­ßer Offen­heit ange­kün­dig­te Neu­kon­zep­ti­on des Stadt­mu­se­ums mit aktu­el­len Ansät­zen der Museo­lo­gie steht, wie sie selbst mehr­fach betont, ganz am Anfang.

Die hier agie­ren­den Per­so­nen, ob in par­ti­zi­pa­ti­ven For­ma­ten wie einem Stadt- oder Muse­ums­la­bor oder in Lei­tungs­funk­ti­on, sind übri­gens auch nicht alle auto­ma­tisch männ­lich, wie Herr Eisel zu glau­ben scheint. Neu­kon­zep­ti­on mit aktu­el­len Metho­den und Fra­ge­stel­lun­gen bedeu­tet auch nicht, dass die Stadt­ge­schich­te und wich­ti­ge kul­tur­his­to­ri­sche Ereig­nis­se oder Per­so­nen der Ver­gan­gen­heit kei­ne Rol­le mehr spie­len wer­den. Im Gegen­teil, es geht bei sol­chen Pro­zes­sen um eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit (der eige­nen) Geschich­te und Kultur. 

Ich emp­feh­le da ger­ne den Besuch in der Nach­bar­kom­mu­ne: Das Stadt­mu­se­um in Eus­kir­chen hat eben­falls jüngst eine sol­che Neu­kon­zep­ti­on ent­wi­ckelt. Das Ergeb­nis ist über­zeu­gend: Im neu­en Gebäu­de des Kul­tur­ho­fes geht der Besu­cher über drei Eta­gen durch die Geschich­te der Stadt, die anhand von fokus­sie­ren­den Zen­tral­the­men erzählt wird. Medi­en und inter­ak­ti­ve Ele­men­te laden zu ver­tie­fen­den Erfah­rung ein. Im Ober­ge­schoss wird das moder­ne Eus­kir­chen vor­ge­stellt: Mit­tel­zen­trum, Ver­wal­tungs­stadt und — Hei­mat für Men­schen aus 97 Natio­nen. 15 die­ser Men­schen erzäh­len in einer Medi­en­sta­ti­on von ihrer per­sön­li­chen Bezie­hung zu Eus­kir­chen, es lohnt sich, ihnen zuzuhören.

Auch das Stadt­mu­se­um Eus­kir­chen hat eine Neu­kon­zep­ti­on hin­ter sich. Erfolgreich.

Das eigent­li­che Pro­blem am aktu­el­len Stand der Debat­te um das Bon­ner Stadt­mu­se­um ist nun, dass anschei­nend nie­mand der Empör­ten das Inter­view ein­mal kom­plett und ruhig gele­sen hat. Denn dort ist nir­gend­wo die Rede davon, dass das Muse­um auf­ge­löst wird, dass Samm­lungs­be­stän­de in den Müll kom­men, dass die vor­han­de­ne Dau­er­aus­stel­lung schlecht sei oder die Dar­stel­lung der Bon­ner Stadt­ge­schich­te in Zukunft kei­nen Platz mehr haben sol­le. Nein, das sagt Frau Schnei­der-Bön­nin­ger nicht, obwohl der Autor des GA-Inter­views immer wie­der ver­sucht, ihr sol­che Ab- und Ansich­ten zu unter­stel­len. Man könn­te sich eigent­lich empö­ren über die­sen Jour­na­lis­ten, der augen­schein­lich nicht objek­tiv über ein neu­es Kon­zept infor­mie­ren will, sonst wür­de er mal erklä­ren, was “Nar­ra­tiv” oder “Labor” im Kon­text von Muse­en bedeu­tet. Nein, sei­ne Fra­gen und Bemer­kun­gen wir­ken, als ob er sei­ne eige­ne Vor­stel­lung, was und wie ein Stadt­mu­se­um zu sein habe, von einer Neu­kon­zep­ti­on bedroht sieht.
Ehr­lich gesagt, das wäre auch gut. Denn wenn Jour­na­list Mar­tin Wein schreibt: “Das Muse­um ist mei­ner Ansicht nach zunächst ein Ort, wo man Arte­fak­te sam­melt, kata­lo­gi­siert und dann auch der Öffent­lich­keit zugäng­lich macht”, dann ist das ein Bild, das an Bedeu­tung und Funk­ti­on von Muse­en ziem­lich vor­bei­geht — und nicht erst seit heute.

Sam­meln, erschlie­ßen, ver­mit­teln — das sind drei ganz zen­tra­le Auf­ga­ben von Muse­en. Wobei es beim Sam­meln nicht nur um “Arte­fak­te” geht, son­dern auch um imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be und Erin­ne­rungs­kul­tur. “Kata­lo­gi­sie­ren” ist eine sehr ver­ein­fa­chen­de Beschrei­bung eines kom­ple­xen wis­sen­schaft­li­chen Arbeits­pro­zes­ses, näm­lich ein Objekt der Samm­lung mit Wis­sen um Funk­ti­on, Bedeu­tung, Kon­tex­te, Ent­ste­hung, Pro­ve­ni­enz und vie­lem mehr mit spe­zi­fi­schen Metho­den und Struk­tu­ren zu ver­bin­den. Muse­en sind Orte von For­schung und Wis­sen­schaft: Denn wel­che Objek­te sol­len gesam­melt wer­den, was sagen sie aus, aus wel­chen Kon­tex­ten stam­men sie, was kön­nen sie uns heu­te erzäh­len — das sind nur weni­ge Fra­gen, die sich aus dem Samm­lungs­auf­trag von Muse­en ergeben.

Eine Scha­blo­nen­ma­le­rei der Land­syn­ago­ge Rödin­gen wird restauriert.

Muse­en schüt­zen kul­tu­rel­les Erbe, indem sie es sach­ge­recht auf­be­wah­ren, restau­rie­ren und das Wis­sen über die­ses Erbe ver­mit­teln.
Muse­en sind und waren immer Orte des gesell­schaft­li­chen Aus­tauschs: Hier erzäh­len wir von unse­rer eige­nen Geschich­te, unse­ren Wer­ten und Erin­ne­run­gen. Aus dem jeweils aktu­el­len Hier und Jetzt der Gegen­wart lädt das Muse­um ein, in die Ver­gan­gen­heit zu bli­cken und hier rele­van­tes für das eige­ne Leben zu fin­den und in die Zukunft wei­ter­zu­tra­gen. Aus Geschich­te zu ler­nen: das Muse­um ist einer der zen­tra­len Insti­tu­tio­nen, die das ermög­licht.
All dies weiß Frau Schnei­der-Bön­nin­ger sehr genau, sie spricht in dem Inter­view (und in vie­len ande­ren Zusam­men­hän­gen, in denen ich sie zu Fra­gen der Kul­tur und Kul­tur­ver­mitt­lung gehört habe) mit gro­ßer Wert­schät­zung über das Stadt­mu­se­um — über die bis­he­ri­ge Dau­er­aus­stel­lung eben­so wie über die Her­aus­for­de­rung einer Neu­kon­zep­ti­on.
Die­se Neu­kon­zep­ti­on ist not­wen­dig. Punkt. Das heißt nicht, dass die bis­he­ri­ge Muse­ums­lei­tung Feh­ler gemacht hat, dass die Aus­stel­lung “schlecht” war. Aber es ist nach über 30 Jah­ren Zeit für eine Moder­ni­sie­rung. Und wie in allen ande­ren Berei­chen auch, haben sich in den ver­gan­ge­nen 30 Jah­ren in der Muse­ums­sze­ne neue Metho­den, Fra­gen und Ansprü­che ent­wi­ckelt. In kei­nem Beruf arbei­tet man heu­te noch genau­so wie vor 30 Jah­ren — war­um also soll­te man eine Aus­stel­lung heu­te noch genau­so machen wie 1990?

Der Isen­hei­mer Altar ist ein Muse­ums­ob­jekt gewor­den — Im Muse­um in Col­mar wird er gezeigt und erklärt.

Heu­ti­ge Kon­zep­te von musea­ler Ver­mitt­lung ver­su­chen Par­ti­zi­pa­ti­on zu rea­li­sie­ren, also die Ein­bin­dung von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern in die Aus­stel­lungs­ge­stal­tung. Wie Muse­en als “Labor in der Stadt” expe­ri­men­tel­le und spie­le­ri­sche Ange­bo­te für Besu­chen­de bie­ten, lässt sich inzwi­schen in einer Rei­he von Städ­ten anschau­en: in Karls­ru­he bei­spiels­wei­se ist das badi­sche Lan­des­mu­se­um einen sol­chen Weg gegan­gen. Zukunft­la­bo­re, Wis­sens-labs und ähn­li­che Ver­mitt­lungs­for­ma­te las­sen sich krea­tiv ein­set­zen, um Men­schen mit­ein­an­der in Kom­mu­ni­ka­ti­on zu brin­gen und Wis­sen zu ver­mit­teln. Digi­ta­li­sie­rung bie­tet attrak­ti­ve Ver­mitt­lungs­for­men über Medi­en, aber auch Ver­net­zung und ver­bes­ser­te Erschlie­ßung.
Frau Schnei­der-Bön­nin­ger nutzt aktu­ell klug und kon­struk­tiv eine sehr schwie­ri­ge Situa­ti­on: Das Aus­schei­den der Muse­ums­lei­tung aus dem Dienst und die offe­ne Fra­ge der Räum­lich­kei­ten sor­gen für Unsi­cher­heit und stel­len das Stadt­mu­se­um immer wie­der in Fra­ge. Genau jetzt ist der Zeit­punkt für die Ver­ant­wort­li­chen in Poli­tik und Ver­wal­tung, sich Zeit zu neh­men für eine Neu­kon­zep­ti­on. Für die Grund­fra­ge: was soll das Stadt­mu­se­um uns erzäh­len? Wel­che Fra­gen haben wir an unse­re Stadt­ge­sell­schaft? Was wol­len wir hier auch Besu­chen­den von anders­wo über unse­re Stadt ver­mit­teln? Und wie wol­len wir das tun?
Die Kul­tur­de­zer­nen­tin holt sich (auch das zeugt von ihrer Klug­heit) für die­se Auf­ga­be Unter­stüt­zung: aus Muse­ums- und Aus­stel­lungs­netz­wer­ken, aus der Uni­ver­si­tät Bonn, die mit der Abtei­lung für Kul­tur­anthro­po­lo­gie eine aus­ge­wie­se­ne Kom­pe­tenz in kul­tur­wis­sen­schaft­li­cher Stadt­for­schung mit­bringt, den Land­schafts­ver­band Rhein­land mit sei­nen Kom­pe­ten­zen im Bereich For­schung, musea­le Ver­mitt­lung und Digi­ta­li­sie­rung kul­tu­rel­len Erbes. Und ganz wich­tig: die Bon­ne­rin­nen und Bon­ner wer­den ein­ge­la­den, als Exper­ten für ihre Stadt und als Impuls­ge­ber für neue Fra­gen an ein Stadt­mu­se­um mit­zu­re­den.
Der Ansatz, wie hier eine Neu­kon­zep­ti­on erar­bei­tet wer­den soll, ist inno­va­tiv und her­aus­for­dernd. Er braucht Zeit, Ener­gie und viel Kom­mu­ni­ka­ti­on! Wie viel ein­fa­cher wäre es, die Kul­tur­de­zer­nen­tin schrie­be die Stel­le der Muse­ums­lei­tung aus und der oder die Neue soll mal machen. Dass Frau Schnei­der-Bön­nin­ger das nicht tut, son­dern die Neu­kon­zep­ti­on zur Che­fin­nen­sa­che erklärt, zeigt für mich, wie sehr sie das Stadt­mu­se­um wert­schätzt, wie wich­tig ihr eine gute, moder­ne und zukunfts­fä­hi­ge Neu­kon­zep­ti­on ist.

Ich für mei­nen Teil freue mich, bei die­sem Pro­zess dabei sein zu kön­nen. Und ich freue mich auch, am Ende ein neu­es Stadt­mu­se­um mit Dauer‑, Son­der­aus­stel­lun­gen, Ver­an­stal­tun­gen und Stadtlabor(en) zu besu­chen und zu diskutieren. 

Urlaubsnotizen 2019/004: Regen, Gewitter und Backen

TitelbildSeit ges­tern Nach­mit­tag ist das Tief­druck­ge­biet auch hier bei uns ange­kom­men: Wol­ken und Wind, es wird deut­lich küh­ler und es sieht so aus, als wür­de es gleich so rich­tig los­ge­hen mit dem Unwet­ter. Ging es aber nicht – bis etwa 18 Uhr blieb das Wet­ter­spek­ta­kel ein ein­zi­ger Cliff­han­ger. Dann ging‘s aber rund: hef­tigs­ter Regen, Wind und Gewit­ter. Immer wie­der fiel der Strom aus, so dass wir bei Ker­zen­licht im Haus blei­ben muss­ten. Geges­sen haben wir dann halt drin­nen, im obe­ren Zen­tral­raum am gro­ßen Tisch. Fri­sche Pas­ta mit Zuc­chi­ni-Ricot­ta. So neben­bei haben wir Mar­me­la­de gekocht, für die hat­ten wir ja auf dem Markt ein­ge­kauft: Pfir­sich und Pfir­sich-Melo­ne, bei­des sehr gelun­gen, wie wir dann heu­te beim Früh­stück fest­ge­stellt haben.

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Urlaubsnotizen 2019/003: Umbertide

TitelbildAm Sams­tag ist Markt-Tag, schon zum Müns­te­ra­ner Zei­ten, aktu­ell in Bonn, aber auch in San Leo. Wir fah­ren zum Slow-Food-Markt nach Umberti­de. Regio­na­le Pro­duk­te, jah­res­zeit­li­ches Ange­bot, teil­wei­se bio — und inter­es­san­ter­wei­se ein deut­scher Bäcker.

Mit Gaby und Tobi machen wir uns nur mit einem klei­nen Kaf­fee gestärkt auf den Weg. Zuerst das Ein­kau­fen erle­di­gen: Toma­ten, Zuc­chi­ni, Auber­gi­nen; zwei Kilo von den klei­nen, etwas ver­ma­ckel­ten Pfir­si­chen zum Mar­me­la­de­ko­chen, ein Rie­sen­bund Basi­li­kum, Knob­lauch und ein Brot. Und natür­lich Käse: zwei Sor­ten Peco­ri­no, fri­scher Ricot­ta und eine dicke Moz­za­rel­la-Kugel. Zuletzt noch zum loka­len klei­nen Metz­ger, wo wir einen wirk­lich guten rohen Schin­ken kaufen.

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Urlaubsnotizen 2019/001: Wegmarken

Titelbild

Ganz schön weit ist es bis nach Umbri­en, Haus zu Haus ca. 1.200 km. Die ers­te Tages­etap­pe führ­te uns in etwa 7 Stun­den von Bonn bis kurz vor den Gott­hard. Im Schäf­li haben wir über­nach­tet, in alpi­ner rot-weiß-karier­ter Bett­wä­sche. Aller­dings wür­de die­se Farb­kom­bi­na­ti­on auch ziem­lich vie­len rhei­ni­schen Karnevalist*innen gefallen.

Schon am Sams­tag mor­gen um kurz nach acht war Stau vor dem Gott­hard-Tun­nel. Spon­tan ent­schei­den wir uns für die Pass­stre­cke, auf der wir auch zügig vor­an­kom­men. Erst beim Grenz­über­gang Como staut es sich wie­der. Anschei­nend wol­len noch mehr Leu­te nach Italien.

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Auch die letzte Wohnung sollte bezahlbar sein.

Heu­te mor­gen war ich beim durch­blät­tern von fb wohl noch nicht ganz wach. Den Post oben habe ich über­flo­gen und so bei mir gedacht: das hät­te ich dem Uli gar nicht so zuge­traut, dass ihm die Fried­hofs­ge­büh­ren so am Her­zen lie­gen, dass er sie zum The­ma des Bun­des­tags­wahl­kamp­fes macht. Ist ja irgend­wie rich­tig, auch da geht es um bezahl­ba­ren Wohn­raum. Oder eher Lie­ge­platz. Aber was hat die BIMA damit zu tun?

Also noch­mal in Ruhe lesen: ups, da war er, der Vor­le­ser: hat das Zeug zwi­schen mei­nen Ohren aus “Fries­dorf” “Fried­hof” gemacht…

Und ich ent­schul­di­ge mich bei allen Friesdorfer*innen: Ich mag Fries­dorf! Fries­dorf ist kein Friedhof…

Umbrien 2017: Tag 12 — Die südliche Valle Umbra, Tag 1

Vor ein paar Jah­ren hat­ten wir uns vor­ge­nom­men, für Tou­ren, wo es — vor­her­seh­bar — viel zu sehen gibt, von Anfang an zwei Tage ein­zu­pla­nen, also eine Über­nach­tung „außer­halb“. Vor zwei Jah­ren ging es in die Val­ne­ri­na, die­ses Jahr nicht ganz so weit in die süd­li­che Val­le Umbra zwi­schen Foli­gno, Cas­tel Rital­di und Trevi.

Der Tag fing am Haus nach zwei küh­le­ren Tagen, an denen es auch gereg­net hat­te, mit einem impo­san­ten Blick auf ein mit Nebel gefüll­tes Tal an.

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Umbrien 2017: Tag 6 — Toskana-Tour

Jetzt sit­zen wir hier, auf der Ter­as­se der Can­ti­na Gat­ta­vec­chi in Mon­te­pul­cia­no. Die Son­ne ist schon unter­ge­gan­gen, lang­sam wird es dun­kel und auf der ande­ren Sei­te des Tals gehen immer mehr Lich­ter an. Wir hat­ten ein wun­der­ba­res Abend­essen und bestel­len gleich für mich noch ein Glas Wein. Heu­te Abend haben wir sogar Live­mu­sik vor der Nase. Wäh­rend wir geges­sen haben, bau­te die eine Hälf­te einer 2‑Mann-Band die Per­cus­sion direkt vor uns auf, der zwei­te spielt Gitar­re und wir hören einen Mix aus Rock und Jazz, sehr schön. Wei­ter­le­sen

Und es war kein Raum in der Herberge…

Am letz­ten Don­ners­tag hat­te ich ein ech­tes Krip­pen-Erleb­nis. Ich war von den Initia­to­ren des Deut­zer Forums zum dies­jäh­ri­gen leben­di­gen Advents­ka­len­der ein­ge­la­den wor­den, einen Kurz­vor­trag zum The­ma „Weih­nachts­krip­pen“ zu hal­ten. Als Ort war die Krip­pe im Hori­on-Haus des LVR vor­ge­schla­gen, die dort seit vie­len Jah­ren auf­ge­baut wird und auch schon lan­ge Teil des Köl­ner Krip­pen­we­ges ist. Nun, in die­sem Jahr nicht. Ich kam etwa eine hal­be Stun­de vor Beginn mei­nes Advents­ka­len­der-Fens­ters in Deutz an, betrat das Foy­er des Hori­on-Hau­ses und fand: kei­ne Krip­pe. Der freund­li­che Herr am Emp­fang konn­te mir nicht wei­ter­hel­fen. Krip­pe, hät­te er noch nie hier gese­hen. Auch sei­ne Nach­fra­ge beim Kol­le­gen im Lan­des­haus gegen­über blieb erfolg­los: auch dort kei­ne Krip­pe. Was tun? Inzwi­schen waren die ers­ten am Krip­pen­vor­trag inter­es­sier­ten Deut­ze­rin­nen und Deut­zer ein­ge­trof­fen. Mei­ne ers­te spon­ta­ne Idee war: wir bau­en ein­fach selbst eine leben­di­ge Krip­pe auf. Eine der Teil­neh­me­rin­nen war direkt begeis­tert und zog ihre Haar­span­ge aus dem Zopf: „Das ist der Stern von Beth­le­hem!“ Eine schö­ne Idee, denn die Haar­span­ge ließ sich per Knopf­druck zum Leuch­ten brin­gen. Eini­ge der Anwe­sen­den erklär­ten sich auch spon­tan bereit, die Hir­ten zu spie­len. Wei­ter­le­sen

Von echten und symbolischen Kürbisköpfen

Heu­te Abend ist es also wie­der so weit: Mit Beginn der Däm­me­rung lau­fen gru­se­lig ver­klei­de­te Kin­der durch ihre Wohn­vier­tel und for­dern mit dem Ruf „trick or tre­at“ Süßig­kei­ten ein. Wenn die klei­nen schon längst wie­der zu Hau­se sind, zie­hen die älte­ren Geschwis­ter zur Hal­lo­ween­par­ty, zurecht­ge­macht als Hexe, Vam­pir, Zom­bie oder sonst wie, Haupt­sa­che irgend­wie schau­rig. Eltern genie­ßen den dann ruhi­gen Abend mit Kür­bis­sup­pe, viel­leicht exo­tisch mit Kokos­milch, viel­leicht klas­sisch mit Kür­bis­öl und gerös­te­ten Kür­bis­ker­nen. Damit lässt sich ja wun­der­bar das beim Aus­höh­len der Deko-Kür­bis­se für den Vor­gar­ten ange­fal­le­ne Kür­bis­frucht­fleisch ver­ar­bei­ten. Alle freu­en sich auf den fol­gen­den Fei­er­tag Aller­hei­li­gen zum Aus­schla­fen. Es ist Halloween.

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Das Imperium schlägt zurück

pfffft-pschschschscht

pfffft-pschschschscht

Heu­te auf dem Nach­hau­se­weg ist mir Darth Vader begeg­net. Mit Rol­la­tor. Zumin­dest habe ich das eine gan­ze Wei­le geglaubt. Auf dem Fuß/Radweg die Bahn­glei­se ent­lang in Drans­dorf, wo etwas merk­wür­di­ge Gestal­ten eigent­lich ganz regel­mä­ßig ver­keh­ren. Also eine Gestalt mit schwar­zem Umhang, schwar­zem Helm — und ich mein­te auch schon das typi­sche “pffft-pschschschscht” zu hören. Das mit dem Rol­la­tor hät­te ja auch gepasst, denn das letz­te Mal, als ich ihn gese­hen habe, sah er gar nicht gut aus. Man­che Leu­te soll­ten den Helm ein­fach grund­sätz­lich nicht abnehmen.

Beim Näher­kom­men ent­pupp­te sich Darth Vader dann als klei­ner Mann mit zu gro­ßer schwar­zer Base­cap, der sei­ne halb­lan­ge Jacke umge­legt hat­te und einen beim Aldi mit­ge­nom­me­nen Ein­kaufs­wa­gen schob. Über dem Ein­kaufs­wa­gen lag noch ein dunk­les Tuch/Textil, viel­leicht um die­ses gute Stück sicher und unbe­merkt nach Hau­se zu brin­gen. Im Gegen­licht der tief­ste­hen­den Son­ne waren dann die Din­ge irgend­wie neu zusammengesetzt.

Ich brau­che viel­leicht doch eine Brille.

(Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Amsterdam_-_De_Dam_-_Figure_1_%28Darth_Vader%29.JPG, Aut­hor: rudol­p­hous, 03.09.2011)