Urlaubsnotizen 2019/007: Über San Galgano und Montepulciano zurück

TitelbildHeu­te geht es wie­der zurück. Aber nicht ein­fach rauf auf die Schnell­stra­ße, son­dern — wie üblich — mit Sta­tio­nen. Und wie­der eine Mischung aus neu­em und bekann­tem. So ist die Rui­ne der ehe­ma­li­ge Zis­ter­zi­en­ser-Abtei San Gal­ga­no mit­ten in der Tos­ka­na eigent­lich seit Jah­ren ein “must see” auf unse­rer Lis­te, was wir noch nicht geschafft haben, die Capel­la di Vale­ta zur Wie­der­ho­lung vom Vor­jahr und Mon­te­pul­cia­no “aus Tra­di­ti­on”.

San Galgano

Also zunächst nach San Gal­ga­no. Dazu — oder eigent­lich vor­weg — gehört der Ere­mo Mon­te­sie­pi bzw. die Cap­pel­la di San Gal­ga­no a Mon­te­sie­pi. Die­ser Rund­bau aus dem 12. Jahr­hun­dert soll auf den Hl. Gal­ga­no selbst zurück­ge­hen. Das Schwert, das in König-Artus-Manier im Fels im Boden der Kir­che steckt, ist aller­dings eine Replik jün­ge­ren Datums ist. Innen besticht der Rund­bau durch sei­ne kon­zen­trisch-strei­fi­ge Kup­pel. Die Fres­ken bzw. die Vor­zeich­nun­gen (so genann­te Sin­opie) an den Stel­len, wo die Fres­ken zer­stört sind, wer­den Ambro­gio Loren­zet­ti zuge­schrie­ben. Die hier leben­den Kat­zen sind ent­we­der sehr hei­lig oder haben mit der Hei­lig­keit über­haupt nichts zu schaf­fen. Anders ist das Trink­ver­hal­ten nicht zu erklä­ren.

Die Abtei selbst, bzw. die Res­te davon, sind über einen Fuß­weg den Hang hin­un­ter zu errei­chen, am Haupt­por­tal vor­bei zu Biglet­te­ria und Book­shop im ehem. Kapi­tel­saal. Und dann ste­hen wir im frü­he­ren Kir­chen­raum, einem drei­schif­fi­gen Bau mit Quer­schiff. Auch wenn wir bei Lei­be nicht die ein­zi­gen hier sind, der Raum nimmt uns sofort gefan­gen. Ohne Fens­ter, ohne Wand­schmuck, nur das nack­te Zie­gel­mau­er­werk, Pfei­ler mit wun­der­ba­ren Kapi­tel­len und in eini­gen Fens­ter­öff­nun­gen noch Res­te vom Maß­werk. Nicht umsonst ist die Rui­ne eins der meist besuch­ten Zie­le in der Tos­ka­na, Film­ku­lis­se oder Event­lo­ca­ti­on für Kon­zer­te, Hoch­zei­ten etc.

Nach einer Pau­se in einer wirk­lich idyl­li­schen Bar/Osteria/Agro Tou­ris­mo machen wir uns auf die nächs­te Etap­pe.

Capella di Valeta

In Zei­ten von Insta­gram & Co. könn­te man bei der Cap­pel­la del­la Madon­na di Vitale­ta schon fast von einer Inst­ana­li­ty, einer Influ­en­ce­rin oder was auch immer spre­chen, deren Ange­sagt­heit aber schon wie­der im Fal­len ist. Jeden­falls bin ich Anfang 2018 tat­säch­lich via Insta­gram auf die­ses Kirch­lein auf­merk­sam gewor­den, hat­ten sie letz­tes Jahr auch auch unse­rem Rei­se­plan, aber man­gels a) pas­sen­dem (Tele-)Objektiv und b) der Trau­te, an einem Git­ter­tor vor­bei auf einen Feld­weg die letz­ten 500m zu gehen, “muss­ten” wir die­ses Jahr noch ein­mal dort hin. Ful­ly equip­ped und mit bes­se­rer Orts­kennt­nis.

Auf der wei­te­ren Stre­cke nach Mon­te­pul­cia­no legen wir einen Zwi­schen­stopp in Pien­za zum Hun­ger-Stil­len, Peco­ri­ni-Ein­kauf und Eis-Essen ein. Die­ses Jahr hat die Can­ti­na Gat­ta­vec­chi geöff­net, auch wenn lei­der aus der (Winzer-)Familie nie­mand anwe­send ist. So kön­nen wir unse­ren Vor­rat an Tos­ka­na-Wein für die kom­men­den zwölf Mona­te wie­der auf­sto­cken, lau­fen aber nicht Gefahr, vom Win­zer noch den einen oder ande­ren Nobi­le “emp­foh­len” zu bekom­men. Ich fra­ge mich, für wen der Scha­den nun Grö­ßer ist: für mich, weil ich kei­nen Nobi­le gekauft habe oder für die Can­ti­na, weil uns kein Nobi­le ange­prie­sen und ver­kauft wur­de. Wie auch immer: Salu­te e al prossi­mo anno!

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