Urlaubsnotizen 2019/004: Regen, Gewitter und Backen

TitelbildSeit ges­tern Nach­mit­tag ist das Tief­druck­ge­biet auch hier bei uns ange­kom­men: Wol­ken und Wind, es wird deut­lich küh­ler und es sieht so aus, als wür­de es gleich so rich­tig los­ge­hen mit dem Unwet­ter. Ging es aber nicht – bis etwa 18 Uhr blieb das Wet­ter­spek­ta­kel ein ein­zi­ger Cliff­han­ger. Dann ging‘s aber rund: hef­tigs­ter Regen, Wind und Gewit­ter. Immer wie­der fiel der Strom aus, so dass wir bei Ker­zen­licht im Haus blei­ben muss­ten. Geges­sen haben wir dann halt drin­nen, im obe­ren Zen­tral­raum am gro­ßen Tisch. Fri­sche Pas­ta mit Zuc­chi­ni-Ricot­ta. So neben­bei haben wir Mar­me­la­de gekocht, für die hat­ten wir ja auf dem Markt ein­ge­kauft: Pfir­sich und Pfir­sich-Melo­ne, bei­des sehr gelun­gen, wie wir dann heu­te beim Früh­stück fest­ge­stellt haben.

Die Nacht über hat­te es wei­ter gereg­net und zwi­schen­durch auch noch­mal hef­tig gewit­tert, ziem­lich direkt über uns. Am Mor­gen war die Wie­se vol­ler Was­ser­la­chen, der Boden auf­ge­weicht und nass, der Him­mel immer noch wol­kig. Das Lau­fen bzw. Wal­ken heu­te mor­gen war ohne die ner­vi­gen Steck­flie­gen und tem­pe­ra­tur­mä­ßig sehr ange­nehm, akus­tisch beglei­tet von plät­schern­dem Was­ser. Irgend­wo müs­sen die Was­ser­men­gen ja hin. Vor allem aus den gero­de­ten Wald­be­rei­chen läuft das Was­ser, die Arbeits­we­ge in den Wald rein sind Bäche. Am Stra­ßen­rand läuft es eben­falls, mal rechts, mal links, das Was­ser über­quert die Stra­ße jeweils in den Keh­ren der Kur­ven, ich glau­be, Rad­renn­fah­rer wür­den die­sel­be Stel­le zum Wech­sel von der Außen- in die Innen­bahn wäh­len. Beim Stra­ßen­über­que­ren nimmt das Was­ser dann so eini­ges mit: Erde, Schlamm, Blät­ter, klei­ne­rer Äste und Stei­ne. Ganz oben ist hin­ter der Kup­pe ein rich­ti­ger Schwall aus Wald­bo­den auf die Stra­ße gelau­fen. Ich bin ganz froh, dass wir ziem­lich weit oben im Berg sind und dass der Boden nicht ganz so aus­ge­trock­net ist, wie wir es hier schon erlebt haben. Wäh­rend der klei­nen Sport­ein­heit konn­te der Hefe­teig für die Bröt­chen in Ruhe gehen.

Brot backen gehört zu den zen­tra­len Arbeits­tech­ni­ken hier am Haus. Beim ers­ten Ein­kauf machen wir uns jedes Jahr aufs Neue auf die Suche nach der Hefe, die irgend­wo im Kühl­re­gal zwi­schen fer­ti­gem Piz­za­bo­den, der fri­schen Pas­ta und dem abge­pack­ten Käse liegt. Und dann wer­den zum Früh­stück fri­sche Bröt­chen geba­cken, zum Abend­essen Baguette oder tor­ta al tes­to oder Foc­cac­cia. Natür­lich kau­fen wir auch Brot, sowohl das nor­ma­le als auch „con sale“, aber gera­de zum Früh­stück fin­de ich das frisch geba­cke­ne irgend­wie bes­ser. Auch weil ich mich dann immer an ein Pro­jekt aus mei­nem Stu­di­um erin­ne­re: Marthas Brot. Mar­tha erklärt und zeigt, wie man Brot backt. Wie Mar­tha mache ich mit der in etwas war­mer Milch auf­ge­lös­ten Hefe, einem Löf­fel Zucker und etwas Mehl einen Vor­teig in einer klei­nen Schüs­sel und höre sie dann immer aus dem Off sagen: „Da muss man auf­pas­sen, dass der nicht raus­springt“. Muss man wirk­lich, nach etwa 15 Minu­ten ist die klei­ne Schüs­sel voll und der Vor­teig kommt in die vor­be­rei­te­te gro­ße Schüs­sel mit dem Mehl. Und heu­te Mor­gen gab es dann die ers­te selbst­ge­mach­te Mar­me­la­de zu den fri­schen Bröt­chen.

PS: Die Gewit­ter beding­ten Schä­den waren dann wohl doch etwas umfang­rei­cher. Das Dorf war für zwei Tage off­line, und knapp eine Woche nach dem Gewit­ter hat der Strom­ver­sor­ger eine geplan­te Netz­ab­schal­tung von letzt­end­lich knapp zwei Stun­den zur Instand­set­zung benö­tigt. Die Info zur Strom­ab­schal­tung hing mit Kle­be­band fixiert im Baum an der Zufahrt zum Haus.

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