Freiheitsbäume?

Nichtrauchergesetzprotestbaum 03

Nicht­rau­cher­ge­setz­pro­test­baum 03

Frei­heits­bäu­me haben eine lan­ge Tra­di­ti­on. Sie wer­den im 19. Jahr­hun­dert popu­lär — in und kurz nach den Befrei­ungs­krie­gen gepflanzt, beson­ders beliebt sind Eichen. Deut­sche natür­lich. Aber über natio­na­le Sym­bo­lik des 19. Jahr­hun­derts wol­len wir heu­te gar nicht wei­ter dis­ku­tie­ren. Beim Spa­zier­gang um und durch unser Dorf heu­te haben wir eine neue Art von “Frei­heits­baum” ent­deckt. Eine krea­ti­ve Umwid­mung eines Mai­baums. Nun, einen Tag vor offi­zi­el­lem Mai­en­de und damit dem Ent­sor­gungs­ter­min für Mai­bäu­me, haben ein paar Akteu­re aus dem Umkreis einer der bei­den Dorf­knei­pen ihrem Unmut, dass sie tat­säch­lich zum Rau­chen nach drau­ßen gehen müs­sen, Luft gemacht. Kur­zer­hand die lee­ren Schach­teln eines Abends zusam­men­ge­bun­den und am Mai­baum dra­piert, ein Schild mit der Auf­schrift “Nicht­rau­cher­ge­setz-Pro­test­baum” — fer­tig.

Nichtrauchergesetzprotestbaum 01

Nicht­rau­cher­ge­setz­pro­test­baum 01

Steht das nun in der Tra­di­ti­on der poli­ti­schen Frei­heits­bäu­me? Geht es doch um die Frei­heit, zu rau­chen, wann und wo der Rau­cher will. Egal, ob der Nicht­rau­cher neben­an sich gestört fühlt oder nicht. Das ist eine inter­es­san­te Inter­pre­ta­ti­on von Frei­heit — und defi­nitv nicht die, die Rosa Luxem­burg mein­te.

Ich kann es ja durch­aus ver­ste­hen, da sitzt man gemüt­lich beim Bier zusam­men, eigent­lich wür­de die Ziga­ret­te dazu gehö­ren. Ist aber nicht mehr — dank die­ses Geset­zes. Also muss man zum Rau­chen raus, es reg­net, ist kalt — men­no. Aber trotz­dem — fürs Mop­pern gegen das Nicht­rau­cher-Schutz-Gesetz Sym­bo­lik und Motiv des Frei­heits­bau­mes zu nut­zen, ist eher unpas­send. Und als Mai­ga­be taugt es schon gar nicht.

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