Urlaubsnotizen 2013, Nr. 017: Was sonst noch zu berichten ist.

Von Menschen und WildschweinenDamit sind wir beim letz­ten Bei­trag für den Umrbi­en-Urlaub 2013 ange­kom­men. Es wird wohl ein ziem­li­ches Sam­mel­su­ri­um aus Bege­ben­hei­ten, die wir bis jetzt noch nicht unter­ge­bracht haben, die wir aber doch wenigs­tens für erwäh­nens­wert hal­ten.

Fan­gen wir doch der Ein­fach­heit hal­ber mal wie­der mit der Küchen­ecke an. Ein Muss in allen Jah­ren, und so auch die­ses Mal, war die Zube­rei­tung von Pan­na Cot­ta. In Ita­li­en fir­miert der Lebens­mit­tel­kon­zern aus B**l*f*ld unter dem Namen Cameo und bie­tet ein ent­spre­chen­des Tüten­pro­dukt an. Das Ergeb­nis ist durch­aus schmack­haft, ein Blick in ein Koch­buch belehr­te uns aber, dass die gekoch­te Sah­ne auch sehr ein­fach aus fri­schen Zuta­ten her­zu­stel­len ist. Wir wer­den es dem­nächst mal aus­pro­bie­ren.

Panna Cotta

Pan­na Cot­ta

So ganz ohne Arbeit oder EDV-Gedöns waren wir ja nicht unter­wegs. Das wun­dert viel­leicht auch nicht wirk­lich. Ste­phan hat die Zeit unter ande­rem dazu genutzt, die ers­ten Auf­sät­ze für den Tagungs­band der letzt­jäh­ri­gen BGVK-Tagung zu set­zen. Oder wenigs­tens damit anzu­fan­gen…

Satzwerkstatt

Satz­werk­statt

Wei­te­re Tie­re, die wir (am oder im Haus) gesich­tet haben:

  • Skor­pi­on
  • Iltis oder Mar­der (er war auch im Motor­raum unse­res Autos, jeden­falls fan­den wir Haa­re von sei­nem Fell an der Bat­te­rie­ab­de­ckung und der Däm­mung der Motor­hau­be)
  • Kat­ze
  • Reh­bock

Lei­der hat es bei kei­nem der genann­ten zum Tier des Tages gereicht. Der Skor­pi­on hät­te zwar das Zeug dazu gehabt — es gibt ja immer­hin ein Pho­to von ihm. Aber nach dem Pho­to war er nicht mehr.

Skorpion

Skor­pi­on

Urlaubsnotizen 2013, Nr. 014: Die letzten Tage.

Von Menschen und WildschweinenMitt­ler­wei­le sind wir schon wie­der fast eine Woche zu Hau­se, ohne dass wir von den letz­ten Urlaubs­er­leb­nis­sen berich­tet hät­ten. In die­sem Bei­trag ver­su­che ich, das Wich­tigs­ten von dem, was in den letz­ten drei Tagen in Umbri­en pas­siert oder bis jetzt unter den Tisch gefal­len ist, zu berich­ten.

Nach der etwas befremd­li­chen Tour, über die wir im letz­ten Text geschrie­ben haben, sind wir im Wesent­li­chen die ver­blei­ben­den Tage am Haus geblie­ben. Am Mitt­woch sind wir noch nach Umberti­de zum Markt gefah­ren. Wir haben eine Tisch­de­cke mit Oli­ven-Mus­ter gekauft. Der Rest der Tage war eher ruhig. Im Gegen­satz zu den Näch­ten. Zuletzt kamen die Wild­schwei­ne deut­lich sel­te­ner. Hin­ge­gen wur­den wir in einer Nacht Ohren­zeu­gen des “Fres­sen und gefres­sen wer­den”. Jeden­falls hör­te es sich so an, als ob ein Vogel von einem ande­ren Tier in einem recht schmerz­vol­len Kampf zur Stre­cke gebracht wur­de. Wir ver­mu­ten, es war eine Schlan­ge. Das war schon recht gru­se­lig anzu­hö­ren.

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Die zwei­te Maus

Gera­de­zu schlicht war dage­gen die (zwei­te) Maus, die uns nun in die Fal­le gegan­gen ist. Die ers­ten haben wir ja mit Scho­ko­la­de gekö­dert, die­se ist auf eine Wein­trau­be rein­ge­fal­len. Wir haben sie weit genug (?) vom Haus wie­der aus­ge­setzt. Es muss aber noch eine wei­te­re, deut­lich intel­li­gen­te­re Maus im Haus befun­den haben, denn manch­mal war die Fal­le leer — Köder raus, aber Fal­le noch offen…

Regenstimmung

Nebel.

Nach­mit­tags fing es bereits wie­der an zu reg­nen — es deu­te­te sich eine Art Rah­men­hand­lung zur ers­ten Urlaubs­wo­che an. Dar­auf­hin beschlos­sen wir, bereits am Don­ners­tag zu packen und am Frei­tag zu fah­ren — irgend­wo hin in Nord­ita­li­en, denn wir hat­ten uns (erst) für Sams­tag bei Ver­wand­ten am Boden­see ange­mel­det. Am Don­ners­tag setz­te sich das die­si­ge, reg­ne­ri­sche Wet­ter fort. Das gab aber die Chan­ce zu Ein­drü­cken, die wir hier so noch nicht gese­hen haben. Völ­lig baff waren wir, als uns Dome­ni­co, der “Haus­meis­ter”, von uns bis jetzt “Signor Tut­to Bene” genannt, für den letz­ten Tag zu sich nach Hau­se zum Caf­fè ein­lud. In den let­zen Jah­ren beschränk­te sich näm­lich die Kom­mu­ni­ka­ti­on in etwas auf fol­gen­den Ablauf:

Dome­ni­co: “Buon gior­no. Tut­to bene?”
Wir: “Si, tut­to bene.”
Dome­ni­co: “Nien­te pro­ble­mi?”
Wir: “No.”
Dome­ni­co: “Bene.”
Wir: “…”

Die­ses Jahr jedoch kam tat­säch­lich so etwas wie eine Kom­mu­ni­ka­ti­on zu Stan­de: Wann gekom­men, wie lan­ge blei­ben, was ges­tern gemacht, hier, bit­te, ein Glas Mar­me­la­de, von den Kir­schen hier… Neben Caf­fè gab es noch sei­nen selbst gekel­ter­ten Wein, Limon­cel­lo aus eige­nen Zitro­nen, von sei­ner Frau geba­cke­nen Apri­ko­sen­ku­chen (ja, Albicoc­che…). Der Ita­lie­nisch-Kurs hat wirk­lich gehol­fen!

Urlaubsnotizen 2013, Nr. 013: Etrusker, Handwerk und Religiosität — oder doch alles anders.

Von Menschen und Wildschweinen

Die Rou­te von heu­te ist recht über­sicht­lich und schnell genannt: Umberti­de (E-Mails und Blog), Bet­to­na, Deru­ta, Tor­gia­no. Laut Rei­se­füh­rer soll­te es im ers­ten Ort eine schö­ne Aus­sicht auf die Val­le Umbra von Perugia über Assi­si bis nach Spel­lo, inkl. des Mon­te Sub­a­sio sowie ein Etrus­ker­grab geben. Deru­ta ist das Zen­trum der umbri­schen Maio­li­ka-Pro­duk­ti­on mit einer Wall­fahrts­kir­che in der Nähe. Und in Tor­gia­no soll es eine auf­stre­ben­de Wein- und Oli­ven­öl­pro­duk­ti­on inkl. Pro­bier­mög­lich­kei­ten und neu­er, fach­be­zo­ge­ner Muse­en geben. Das hör­te sich nach einem ambi­tio­nier­ten Besuchs­pro­gramm an, an des­sen Schluss wir in Tor­gia­no in einer Oste­ria ein­keh­ren woll­ten. Fak­tisch stimmt das alles, aber letzt­end­lich war alles etwas (oder deut­lich?) anders, als erwar­tet. Aber trotz­dem inter­es­sant.

 

Nice View: Valle Umbra

Nice View: Val­le Umbra

Die größ­te Über­ein­stim­mung gab es noch in Bet­to­na. Der Aus­blick über das Tal und Perugia, Assi­si sowie Spel­lo am gegen­über­lie­gen­de Hang der umbri­schen Ber­ge inkl. Mon­te Sub­a­sio ist schon impo­sant. Das Dorf auf dem Höhen­rü­cken klein und über­sicht­lich, die drei Kir­chen und das Muse­um — vor­her­seh­bar — geschlos­sen zwi­schen 13:00 Uhr und 15:30 Uhr. Also nur eine klei­ne Mit­tags­pau­se im Schat­ten auf einer Bank mit “Nice View”. Das Etrus­ker­grab war auf der Fahrt in Rich­tung Deru­ta nicht zu ver­feh­len, der Zugang aber auch — vor­her­seh­bar — geschlos­sen. Es lohn­te also kein Zwi­schen­stopp.

 

Deruta Centro.

Deru­ta Cen­tro.

Kurz vor Deru­ta fin­gen die Merk­wür­dig­kei­ten aber schon an: Ein Showroom/Verkaufsraum für Cer­a­mi­che neben dem ande­ren. Aber alles völ­lig aus­ge­stor­ben. Und das obwohl vie­le Läden — trotz Mit­tags­pau­se — geöff­net hat­ten. Das setz­te sich bis ins Zen­trum von Deru­ta fort, dass — wie zu erwar­ten — auf einem Berg­rü­cken liegt. Hier war es noch ruhi­ger. Fal­scher Tag? Fal­sche Tages­zeit? Wir wis­sen es nicht. Dag­mar jeden­falls ist ein biss­chen rein­ge­fal­len. “Viel­leicht kau­fe ich doch eine ganz klei­ne Klei­nig­keit, so eine klei­ne bemal­te Kera­mik­ku­gel für eine Ket­te oder so” — in einem Laden dann direkt voll­ge­quatscht wer­den: “ah, allema­gne, bel­lis­si­ma, mio pad­re in colo­nia… — for you I make a spe­cial pri­ce” Jaja. Gekauft hat sie dann tat­säch­lich so eine Ket­te, aller­dings war die Kugel nicht ohne ein biss­chen Glit­zer­tand zu haben.

 

Einkaufsrummel in Deruta.

Ein­kaufs­rum­mel in Deru­ta.

 

Die nahe Wall­fahrts­kir­che ist für Ihre Votiv­ta­feln aus Majo­li­ka berühmt. Die­se gehen bis in das 17. Jhdt. zurück, es fin­den sich aber auch aktu­el­le.

 

In Tor­gia­no fin­den wir wie­der die gäh­nen­de Lee­re vor: ein paar weni­ge Tou­ris­ten, aber von Oste­ri­en, Pro­bier­stu­ben etc. kaum etwas zu fin­den. Die bei­den Muse­en sind pri­va­te Neu­grün­dun­gen einer Fami­lie, die hier wohl (wirt­schaft­lich) erfolg­reich ver­sucht, in Umbri­en ein Gegen­ge­wicht zu den D.O.C./D.O.C.G./I.G.T. zu Mon­te­fal­co und die Tos­ka­na zu set­zen.

 

TorgianoCimiteroVillageOutletCenter

Moder­nes Flair auch am Fried­hof.

Rich­tig merk­wür­dig im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes wur­de es aber an einer “Erin­ne­rungs­al­lee”, die aus der Stadt durch ein wie­der auf­ge­bau­tes mit­tel­al­ter­li­ches Stadt­tor zum Fried­hof führt. An jedem Baum ein Stein mit Namen und (Todes-)Daten eines Sol­da­ten des ers­ten Welt­kriegs. Die Stra­ße selbst wird nachts in der Mit­te durch in den Boden ein­ge­las­se­ne Uplights erleuch­tet. Das gan­ze gibt eine schnur­ge­ra­de Linie vom Orts­zen­trum zum Fried­hof, der für die­ses klei­ne Ört­chen erstaun­lich groß ist. Auf­ge­teilt in drei Tei­le spie­gelt er irgend­wie die Archi­tek­tur­ge­schich­te: Der alte Teil, ein ganz klas­si­scher ita­lie­ni­scher Fried­hof mit Kolum­ba­ri­en und dazwi­schen den typi­schen Fami­li­en­grüf­te, spä­tes 19. Jahr­hun­dert bis in die 1930er Jah­re. Der zwei­te Teil stammt aus den 70ern. Es sieht aus wie eine 70er Jah­re Beton-Sied­lung, alles grau, ziem­lich nor­miert, die Fami­li­en­grüf­te zwar irgend­wie pom­pös, aber eben auch nack­ter Beton. Unse­re Schu­len sahen auch so aus. Und der wohl neu­es­te Teil ori­en­tiert sich in Farb­ge­bung und Stil irgend­wie an den momen­tan moder­nen Vil­la­ge-Out­let-Cen­tern. Klei­ne Häus­chen in “tos­ka­na-gelb und -rot”, in Norm­grö­ße. Wirkt nicht so beson­ders leben­dig, das gan­ze. Ist aber auch viel­leicht zuviel ver­langt, von einem Fried­hof.

 

Wir sind dann doch lie­ber zurück in unser Haus gefah­ren und haben dort Pas­ta Zuc­chi­ni è Ricot­ta und einen loka­len Vino bian­co zu uns genom­men.

 

 

 

Urlaubsnotizen 2013, Nr. 010: Nichts — außer lesen und Marmeladekochen

Was ich bis­her noch über­haupt nicht erwähnt habe, ist unse­re dies­jäh­ri­ge Rei­se­bi­blio­thek. Freund A., mit dem wir schon öfter zusam­men hier waren, brach­te es in sofern auf den Punkt, als er — da er die­ses Jahr nicht mit­kom­men kann — sag­te: “Ich ver­mis­se schon Eure Bücher­kis­te. Die bedeu­tet für mich Urlaub.” Abge­se­hen von der Tat­sa­che, dass die genann­te Kis­te in eini­gen Jah­re voll mit Fach­li­te­ra­tur mei­ner Diss war, hat er doch irgend­wie recht. Auch die­ses Jahr befin­den sich neben dien unver­meid­li­chen Rei­se­füh­rern der Häu­ser Baede­ker und DuMont eini­ges an Lach- und Sach­ge­schich­ten dar­in — und auch der eine oder ande­re dicke Roman. Für mich essen­ti­ell sind in den Umbri­en­fahr­ten mitt­ler­wei­le meh­re­re Bän­de “C.H.Beck Wis­sen” aus der “Beck’sche[n] Rei­he” (die schrei­ben sich tat­säch­lich selbst mit der Kapo­stro­phe). Die­ses Jahr fan­ge ich an mit “Der Sie­ben­jäh­ri­ge Krieg” von Mari­an Füs­sel. Zum “Aus­gleich” arbei­te ich mich durch “Wir Ertrun­ke­nen” von Cars­ten Jen­sen. 120 Sei­ten Euro­päi­sche Staa­ten­ge­schich­te vs. 810 Sei­ten fak­ten­ba­sier­tem his­to­ri­schem Roman däni­scher See­fah­rer­ge­schich­te. Dag­mar hat sich “Wöl­fe” von Hil­ary Man­tel vor­ge­nom­men, kommt damit aber gut vor­an.

Mitt­ler­wei­le sind ja die (ers­ten) Sauer­kir­schen reif. Dag­mar hat heu­te gut zwei Kilo geern­tet, ich habe sie ent­steint und Dag­mar hat sie zu acht Glä­ser Mar­mel­la­ta di Ama­ras­ca ver­ar­bei­tet. Dies­mal haben wir erst im Lexi­kon nachgesehen.[1]

Kirschkerne

[1] Anmer­kung Dag­mar: DU hast im Lexi­kon nach­ge­se­hen, ich hät­te spon­tan wie­der irgend­was geschrie­ben…

Urlaubsnotizen 2013, Nr. 009: Redaktionsstube und Freiluftzoo

Von Menschen und WildschweinenDie spä­ten Vormittagsstunden/den frü­hen Mit­tag wie­der in “unse­rem” Café (…) ver­bracht. Dort gibt’s nicht nur guten Caf­fè, lecke­re Cor­net­ti, eini­ges zu gucken, son­dern auch gutes WLAN. Also E-Mails abru­fen, (vor-)sortieren und die wich­tigs­ten beant­wor­ten sowie die acht auf Hal­de pro­du­zier­ten Blog-Ein­trä­ge online stel­len. Danach noch ein­kau­fen — um die­se Zeit ist der Coop so gut wie leer — und dann wie­der zurück zum Haus: ab in den Schat­ten, denn mitt­ler­wei­le über­springt das Ther­mo­me­ter locker die 30°C-Marke.

RedaktionsstubeDie genann­ten “auf Hal­de pro­du­zier­ten” Bei­trä­ge ent­ste­hen in einer wun­der­ba­ren Redak­ti­ons­stu­be. Unter einer wein­berank­ten Per­go­la mit einem Blick in die Eichen-, Kie­fern- und Kas­ta­ni­en­wäl­der Umbri­ens. Hier sit­zen wir etwas erhöht, das Haus im Rücken, vor uns, hin­ter einer Laven­del­he­cke fällt die Wie­se mit eini­gen Oli­ven­bäu­men sanft zum Wald­rand ab. Anzie­hungs­punkt für aller­lei Tie­re ist der rie­si­ge Süß­kirsch­baum direkt vor uns.

 

Nach dem nun am ers­ten Tag (und seit dem mehr­mals täg­lich — wir berich­te­ten bereits) uns die Wild­schwei­ne besucht haben, kamen noch eini­ge ande­re Tie­re teils näher ans Haus, als in jedem ande­ren (Streichel-)Zoo der Welt. Des­halb lohnt es sich, eine neue Kate­go­rie ein­zu­füh­ren: Das Tier des Tages. Heu­te: Der Dachs. Ihn haben wir bereits letz­tes Jahr gese­hen, aber mehr im Dun­keln, heu­te also qua­si am hell­lich­ten Tage.

Dachs Fol­gen­de Tie­re wur­den bereits gesich­tet, bei noch­ma­li­gem, pho­to­gra­phier­tem Besuch bekom­men sie einen eige­nen Ein­trag: Ein Iltis oder Mar­der (der geschickt in den Kirsch­baum klet­ter­te und ähn­lich wie die Eichel­hä­her die bes­te Aus­wahl an Früch­ten hat), ein Reh­bock und eine (Haus-)Katze. Dar­über hin­aus wim­melt es hier mehr oder weni­ger an Zaun- und Sma­ragd-Eidech­sen (eng­lisch: eme­rald, und damit Far­be des Jah­res…), Schmet­ter­lin­gen, Hum­meln, Amei­sen, Mücken und ande­ren Pla­ge­geis­tern. Auch eine Schlan­ge hat Ste­phan vor ein paar Tagen gese­hen — und Schlan­gen­häu­te fin­den wir regel­mä­ßig rund ums Haus. Auch einen Skor­pi­on hat­ten wir schon in die­sem Som­mer — es gilt, immer schön die Schu­he aus­schüt­teln…

Wäh­rend die Tie­re (zumin­dest eini­ge von ihnen) also Kir­schen fres­sen, haben wir heu­te Abend ein fast schon fürst­li­ches Menü:

  • Bru­schet­te mis­te
  • Pas­ta al Fagio­li è Pro­sci­ut­to
  • Insa­la­ta Ver­de (mit einem Dres­sing aus Senf, Honig und Johan­nis­beer­mar­me­la­de)
  • Cre­ma di Mas­car­po­ne con Ama­ras­ca
  • Dazu einen Gavi DOCG und zum Abschluss einen Caf­fè Mac­chia­to (mit Keks)
Ich habe da mal was vorbereitet...

Ich habe da mal was vor­be­rei­tet…

Tref­fend ist gera­de wie­der die Wil­schwein­fa­mi­lie ein­ge­fal­len: Die spei­sen mit rich­tig Lärm: sie kna­cken die Kirsch­ker­ne — und jetzt habe ich sie mit dem Getip­per ver­jagt… Tut mir leid…

 

Urlaubsnotitzen 2013 Nr. 8: Backen — so und so

Von Menschen und WildschweinenEs ist Sonn­tag und end­lich schö­nes Wet­ter! Ges­tern Abend habe ich schon Hefe­teig ange­setzt, der ist jetzt rich­tig gut gegan­gen und gibt wun­der­ba­re Sonn­tags­bröt­chen: Nor­ma­le, Rosi­nen und Zimt. Ich per­sön­lich fin­de ja die Zimt­bröt­chen sind die bes­te Unter­la­ge für die fri­sche Mar­me­la­de.
Wir blei­ben heu­te am Haus und genie­ßen die Son­ne. Am Nach­mit­tag über­legt Ste­phan, doch in die­sem Jahr mal den Stein­back­ofen in Betrieb zu neh­men. Das passt gut, haben wir doch kein Brot mehr und fürs Abend­essen Salat mit Foc­cachia geplant.
Backen001Gesagt getan, Ste­phan heizt den Ofen an. Anfeu­er­holz und der Gene­ral­an­zei­ger Bonn — dafür taug­te er mal aus­nahms­wei­se — von letz­ter Woche, dann von den gro­ßen Stü­cken Holz was auf­ge­legt. Das brennt rich­tig gut!
Ich mache schon­mal den Teig, der kann nun in Ruhe gehen.
Nach einer guten Stun­de ist das Feu­er fer­tig. Die Glut soll nun etwas zur Sei­te gefegt wer­den, dann der Teig zum Backen rein.

Ofen mit Foccacia

Ofen mit Foc­cacia

Ste­phan ist ein biss­chen unvor­sich­tig — kommt in die Küche mit der Fra­ge: habe ich noch Augen­brau­en? Augen­brau­en ja, aber auf der lin­ken Sei­te sind die Haa­re ganz schön ange­schmort…
Die Foc­cachia war rasend schnell fer­tig und schmeck­te ziem­lich gut — fürs nächs­te Mal anhei­zen berei­ten wir mehr Teig vor: dann gibt es erst ein Brot, dann einen Kuchen und dann kommt eine Scha­le mit Fleisch und Gemü­se in die Glut zum schmo­ren… Wir berich­ten, wie es war!

Urlaubsnotizen 2013, Nr. 3: Reisen, Wildschweine und der erste Tag

Von Menschen und WildschweinenNach einem doch gemüt­li­chen Früh­stück geht’s auf in die letz­te Run­de der Rei­se: wie in den Vor­jah­ren ver­ab­schie­det uns Bay­ern kühl mit Regen und Nebel. Am Bren­ner liegt noch Schnee, das hat­ten wir bis­her noch nie. Und auch nach pas­sie­ren der Alpen wird es zwar etwas wär­mer im Vene­to und der Poebe­ne, so rich­tig Ita­li­en­tem­pe­ra­tu­ren wer­den es aber nicht. Am letz­ten Rast­platz kurz vor Flo­renz, wo wir in den letz­ten Jah­ren immer das ers­te Eis geges­sen haben, wär­men wir uns heu­er am Espres­so auf.

Gegen 18:00 Uhr run­ter von der Auto­bahn, ers­ter Grund­ein­kauf in Tuo­ro und dann über den Pass und zum Haus. Wir laden das Gepäck aus, bezie­hen unser Zim­mer und kochen eine schnel­le Pas­ta. Dabei dann die ers­te Begeg­nung: Zunächst hör­ten wir nur ein Gegrun­ze und ein wüs­tes Kna­cken. Beim Blick aus dem Fens­ter sahen wir: Zwei Bachen mit acht Frisch­lin­gen, die sich die Kir­schen unter dem Süß­kir­schen­baum ein­ver­leib­ten. Das hat­ten wir hier noch nie gese­hen! Nur hat­ten wir damit eine Erklä­rung für das Kna­cken, das wir in den letz­ten Jah­ren immer des Nachts hier gehört hat­ten. Gese­hen hat­ten wir aber nie etwas. Zunächst scho­ben wir es auf die lan­gen Tage, dass wir sie die­ses Jahr sogar sehen. Doch weit gefehlt: In den nächs­ten Tagen kamen (und gin­gen) sie auch mor­gens. Offen­sicht­lich liegt das Haus auf der zwei­mal täg­li­chen Fut­ter­rou­te der Tie­re. Oder sie woh­nen in dem klei­nen Wäld­chen hin­ter dem alten Kirsch­baum, zwi­schen Haus und Stra­ße. Dag­mar ist noch hin- und her­ge­ris­sen zwi­schen Fas­zi­na­ti­on und den nied­li­chen Frisch­lin­gen und einem gehö­ri­gen Respekt vor den gro­ßen Wild­schwei­nen — man hört ja so eini­ges, von Wild­schwei­nen, die Jog­ger jagen im Kot­ten­forst und Inva­sio­nen in Wohn­zim­mer an der Ahr. Aber die umbri­schen Schwei­ne schei­nen Men­schen gegen­über sehr skep­tisch: sobald sie uns ent­de­cken, ein Grun­zer — und Abmarsch in Win­des­ei­le.

Wildschweine

Urlaubsnotizen 2013, Nr. 0: Von Menschen und Wildschweinen

In eini­ges Tei­len Umbri­ens gibt es noch reich­lich gro­ße Mobil­funk­lö­cher. Wäh­rend wir in Deutsch­land über viel­fa­che GPRS-, UMTS- und in urba­nen Räu­men auch LTE-Abde­ckung debat­tie­ren (Für und Wider wei­te­rer Mobil­funk­mas­ten; Muss wirk­lich jeder Anbie­ter die vol­le Abde­ckung lie­fern?), wäre es hier schon Fort­schritt, wenn wenigs­tens ein Anbie­ter flä­chen­de­ckend ope­rie­ren wür­de. Ande­rer­seits ver­hilft uns die­se wört­li­che Funk­stil­le auch zu einer wun­der­ba­ren (Internet-)Ruhe und ver­hin­dert so auch den ein oder ande­ren digi­ta­len Schnell­schuss. Ent­schleu­ni­gung wird so etwas heut­zu­ta­ge ger­ne genannt. Trotz­dem schrei­ben wir unse­re Erleb­nis­se ger­ne auf. Es blei­ben so vor allem auch die skur­ri­len Din­ge, die uns den Tag ver­schö­nern.

Zu die­sen skur­ri­len Din­gen gehört für uns als Stadt­men­schen sicher, dass hier am Haus in der Wild­nis Wild­schwei­ne recht nahe ans Haus her­an­kom­men. Dazu gibt es einen eige­nen Arti­kel spä­ter. Die ers­te Begeg­nung mit die­sen Nach­barn hat uns aber so beein­druckt, dass sie Titel­ge­ber der dies­jäh­ri­gen Urlaubs­no­ti­zen sind: Von Men­schen und Wild­schei­nen. Die meis­ten Tex­te haben wir gemein­sam ver­fasst, in jedem Fall aber gegen­sei­tig redi­giert…

Von Menschen und Wildschweinen

22. Tag, 06.08.: San Leo

>Eigent­lich hät­te der Tag völ­lig ereig­nis­los wer­den sol­len, aber dann kamen doch ein paar Din­ge dazwi­schen. Zunächst ein­mal recht harm­los ein wun­der­ba­rer Pflau­men­ku­chen mit Pflau­men von den Bäu­men hier am Haus. Am Abend gab´s dann noch ein Wet­ter­spek­ta­kel — es zog sich zu und kur­ze Zeit spä­ter fing es ziem­lich hef­tig an zu reg­nen. Wir muss­ten des­halb tat­säch­lich zum ers­ten Mal drin­nen essen! Nun sit­zen wir noch drau­ßen unter dem Vor­dach, genie­ßen die abge­kühl­te Luft, lau­schen den Tie­ren (Gril­len und ande­ren Wild­tie­ren, die schnau­fen (?!?)…).
Bil­der und Film­chen (u. a. Zeit­raf­fer einer Weg­war­te) gibt´s spä­ter.

21. Tag, 05.08.: San Leo

Kaum ist man mal mehr als zwei Wochen weg, tobt daheim die gro­ße Poli­tik! Nichts ahnend, klin­gelt heu­te um kurz nach 10 das Tele­fon, und der UB-Vor­sit­zen­de meint: “Sicher hast Du es schon in der Zei­tung gele­sen. Die OB tritt bei der Kom­mu­nal­wahl nächs­tes Jahr nicht noch mal an.” (sie­he: http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=480315) Mei­ne Ant­wort, dass ich in Ita­li­en sei und des­halb kei­ne Bon­ner Zei­tung hät­te, führ­te dazu, dass ich zunächst ein­mal über die Sach­la­ge infor­miert wur­de. Nun denn, die Grün­de sind ein­leuch­tend, es ging vor allem um die Infor­ma­ti­on. Als nor­ma­ler OV-Vor­sit­zen­der bin ich im Moment eh nicht gefragt — und das ist auch gut so. Jetzt geht es auf allen mög­li­chen (höhe­ren) Ebe­nen um das “Wie wei­ter”, und das wird sich durch den Herbst zie­hen. Also: Auf­re­gung zurück­fah­ren und wie­der auf Urlaub schal­ten!
Ansons­ten war der Tag heu­te wie die meis­ten ande­ren bis­her auch: son­nig, warm bis heiß, und ich habe wie­der viel über das Mit­tel­al­ter und die Kai­ser im Beson­de­ren gelernt (Beck­sche Rei­he sei Dank).
Ach ja — am zwei­ten Tag war ja bereits das Gas alle. Es gibt aber immer eine Reser­vefla­sche, die sofort ange­schla­gen wer­den kann. Folg­lich muss­ten wir nun auch die “Bom­bo­la” tau­schen. Ges­tern hat­te ich einen ers­ten Anlauf gemacht, aber lei­der stell­te sich — nach­dem ich bereits bezahlt hat­te — her­aus, dass kei­ne vol­le mehr im Lager war. Also bin ich heu­te noch mal run­ter und konn­te ein vol­le Fla­sche abho­len.
Zwi­schen­durch konn­te ich nicht an mich hal­ten, und muss­te den Son­nen­schirm “repa­rie­ren”. Irgend­wer hat­te die Zug­lei­ne nicht als Fla­schen­zug ange­scho­ren, son­dern ledig­lich als dop­pel­te Umlen­kung, also kei­ne Kraft­stei­ge­rung (im Gegen­teil wegen Umlen­kung über eine schar­fe Kan­te zusätz­li­cher Lei­nen­ver­schleiß). Das muss­te der Seg­ler in mir erst­mal rich­tig machen.
Heu­te gibt es mal wie­der ein Bild vom (Abend-) Essen: Zitro­nen­hähn­chen (@Albert: “Sen­za Kopf”) mit Ros­marin­kar­tof­feln und Pan­na Cot­ta; Wein­emp­feh­lung: Rupes­tro Car­det­to Mer­lot San­giove­se Ven­de­mia 2007.
Dag­mar erklärt en pas­sent (5 Sei­ten) das Dog­ma der unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis.