22. Tag, 06.08.: San Leo

>Eigent­lich hät­te der Tag völ­lig ereig­nis­los wer­den sol­len, aber dann kamen doch ein paar Din­ge dazwi­schen. Zunächst ein­mal recht harm­los ein wun­der­ba­rer Pflau­men­ku­chen mit Pflau­men von den Bäu­men hier am Haus. Am Abend gab´s dann noch ein Wet­ter­spek­ta­kel — es zog sich zu und kur­ze Zeit spä­ter fing es ziem­lich hef­tig an zu reg­nen. Wir muss­ten des­halb tat­säch­lich zum ers­ten Mal drin­nen essen! Nun sit­zen wir noch drau­ßen unter dem Vor­dach, genie­ßen die abge­kühl­te Luft, lau­schen den Tie­ren (Gril­len und ande­ren Wild­tie­ren, die schnau­fen (?!?)…).
Bil­der und Film­chen (u. a. Zeit­raf­fer einer Weg­war­te) gibt´s spä­ter.

21. Tag, 05.08.: San Leo

Kaum ist man mal mehr als zwei Wochen weg, tobt daheim die gro­ße Poli­tik! Nichts ahnend, klin­gelt heu­te um kurz nach 10 das Tele­fon, und der UB-Vor­sit­zen­de meint: “Sicher hast Du es schon in der Zei­tung gele­sen. Die OB tritt bei der Kom­mu­nal­wahl nächs­tes Jahr nicht noch mal an.” (sie­he: http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=480315) Mei­ne Ant­wort, dass ich in Ita­li­en sei und des­halb kei­ne Bon­ner Zei­tung hät­te, führ­te dazu, dass ich zunächst ein­mal über die Sach­la­ge infor­miert wur­de. Nun denn, die Grün­de sind ein­leuch­tend, es ging vor allem um die Infor­ma­ti­on. Als nor­ma­ler OV-Vor­sit­zen­der bin ich im Moment eh nicht gefragt — und das ist auch gut so. Jetzt geht es auf allen mög­li­chen (höhe­ren) Ebe­nen um das “Wie wei­ter”, und das wird sich durch den Herbst zie­hen. Also: Auf­re­gung zurück­fah­ren und wie­der auf Urlaub schal­ten!
Ansons­ten war der Tag heu­te wie die meis­ten ande­ren bis­her auch: son­nig, warm bis heiß, und ich habe wie­der viel über das Mit­tel­al­ter und die Kai­ser im Beson­de­ren gelernt (Beck­sche Rei­he sei Dank).
Ach ja — am zwei­ten Tag war ja bereits das Gas alle. Es gibt aber immer eine Reser­vefla­sche, die sofort ange­schla­gen wer­den kann. Folg­lich muss­ten wir nun auch die “Bom­bo­la” tau­schen. Ges­tern hat­te ich einen ers­ten Anlauf gemacht, aber lei­der stell­te sich — nach­dem ich bereits bezahlt hat­te — her­aus, dass kei­ne vol­le mehr im Lager war. Also bin ich heu­te noch mal run­ter und konn­te ein vol­le Fla­sche abho­len.
Zwi­schen­durch konn­te ich nicht an mich hal­ten, und muss­te den Son­nen­schirm “repa­rie­ren”. Irgend­wer hat­te die Zug­lei­ne nicht als Fla­schen­zug ange­scho­ren, son­dern ledig­lich als dop­pel­te Umlen­kung, also kei­ne Kraft­stei­ge­rung (im Gegen­teil wegen Umlen­kung über eine schar­fe Kan­te zusätz­li­cher Lei­nen­ver­schleiß). Das muss­te der Seg­ler in mir erst­mal rich­tig machen.
Heu­te gibt es mal wie­der ein Bild vom (Abend-) Essen: Zitro­nen­hähn­chen (@Albert: “Sen­za Kopf”) mit Ros­marin­kar­tof­feln und Pan­na Cot­ta; Wein­emp­feh­lung: Rupes­tro Car­det­to Mer­lot San­giove­se Ven­de­mia 2007.
Dag­mar erklärt en pas­sent (5 Sei­ten) das Dog­ma der unbe­fleck­ten Emp­fäng­nis.

19. Tag, 03.08.: San Leo

Der gest­ri­ge Tag ende­te auf­re­gend (pas­send zum gest­ri­gen Ein­trag): eine Eidech­se hat­te sich in unser Schlaf­zim­mer ver­irrt! Sie war aber recht schnell davon zu über­zeu­gen, dass esfür alle Betei­lig­ten bes­ser war, in getrenn­ten Räu­men zu über­nach­ten.
Der heu­ti­ge Tag begann besch***en: eins der wil­den Tie­re der umbri­schen Berg­welt hat­te den Platz unter unse­rem Ess­tisch als Lokus erwählt. Nach einer klei­nen Umräum- und Säu­be­rungs­ak­ti­on star­te­ten wir in einen ruhi­gen Sonn­tag ohne wei­te­re nen­nens­wer­te Ereig­nis­se.
@Albert: Ste­phan hat sich heu­te etwas bewie­sen und das nächs­te Dorf erreicht…

17. Tag, 02.08.: San Leo, Trestina

Wir haben ein Ther­mo­me­ter gefun­den. Nun könn­nen wir fest­stel­len, wie “uner­träg­lich heiß” es denn nun wirk­lich hier wird. Unter der Per­go­la ist es eigent­lich ja noch aus­zu­hal­ten (s. Gra­fik), da hier ab mit­tags kei­ne direk­te Son­nen­ein­strah­lung mehr herrscht. Zwi­schen Haus und Tabak­turm haben wir aber auch Tem­pe­ra­turn von über 38° gemes­sen. Im Schlaf­zim­mer ist es bis spät abends über 25° warm.

Wich­tigs­ter Tages­ord­nungs­punkt war heu­te Ste­phans Fahrt nach Tres­ti­na zur Apo­the­ke: Soven­tol war mal wie­der alle und auf dem Rück­weg liegt eine her­vor­ra­gen­de Pas­tic­ce­ria…

Nun kommt Dag­mar: Ich will Euch etwas über die dunk­le Sei­te von Leo berich­ten. Es ist uner­träg­lich heiß! Es gibt fürch­ter­li­che Mücken — Mil­lio­nen! Die Sti­che brei­ten sich zu einer Grö­ße einer 1‑Eu­ro-Mün­ze aus und brau­chen Tage, bis sie wie­der ver­schwin­den. Die Mücken sind die ers­ten, die in der Däm­me­rung kom­men. Wenn es rich­tig dun­kel ist, kom­men die wirk­lich gefähr­li­chen Tie­re. Wir müs­sen uns auch immer im Haus ver­bar­ri­ka­die­ren. Wir hören von drau­ßen ein Gera­schel und Geschnau­fe, dass auf die übels­ten Krea­tu­ren schlie­ßen lässt: Wild- und Sta­chel­schwei­ne. Schlan­gen — deren Häu­te wir dann tags dar­auf fin­den -, Skor­pio­ne, Hor­nis­sen — ein idea­ler Ort, damit Ste­phan ein Held wird. Mor­gens tref­fen wir dann die RIESEN Gras­hüp­fer in der Küche oder die RIESEN Nacht­fal­ter auf der Toi­let­te.

16. Tag, 31.07.: San Leo

Fast wäre der Tag völ­lig ereig­nis­los ins Land gegan­gen — hät­te es nicht am frü­hen Abend ein Gewit­ter gege­ben. Aber auch das war nicht wirk­lich spek­ta­ku­lär. Gereg­net hat es ganz ordent­lich, und küh­ler ist es nun auch. Es war ja auch schon fast “uner­träg­lich heiß”… 😉

15. Tag, 30.07.: Umbertide, San Leo

Heu­te ist wirk­lich Markt in Umberti­de. Wir decken uns mit Frisch­obst und ‑Gemü­se ein. Auch sind wie­der 3x6x1,5=27l Was­ser fäl­lig. Den Rest des Tages blei­ben wir am Haus: Lesen… Ihr wisst schon. Dag­mar woll­te beim Abend­essen ein Gespräch auf hohem Niveau — dabei sind wir hier doch schon auf knapp 500m. Reicht das denn nicht? Es gibt heu­te kein Pho­to — immer nur Bil­der vom Essen ver­mit­telt einen ver­zerr­ten Ein­druck.

14. Tag, 29.07.: San Leo

Wir haben Mit­be­woh­ner! Heu­te mor­gen waren Pfir­sich und Pflau­men ange­knab­bert — die Scha­le der Pflau­men lag in klei­nen Fet­zen in der Obst­scha­le. Auch in der Mehl­tü­te waren zwei (!) Löcher. Wir tip­pen auf Wes­pen, da die typi­schen Beiß­spu­ren zu sehen waren.
Ansons­ten: ruhi­ger Tag am Haus, Lesen, Lesen, Kaf­fee­trin­ken, Lesen, Lesen, zu Abend­essen…

12. Tag, 27.07.: San Leo

Es ist bewölkt!!! So haben wir uns das aber nicht gedacht. Und dann gab es doch glatt noch ein paar Trop­fen Nie­der­schlag. Aber das hat sich mitt­ler­wei­le erle­digt: die Son­ne scheint und es wird wie­der … heiß!!!

Es gibt wie­der Hor­nis­sen am Haus. Wir wis­sen (noch) nicht, wo sie ihr Nest haben, oder ob sie es erst noch bau­en. Aber viel­leicht erle­digt sich damit das The­ma der Mör­der­mü­cken wie­der. Mit denen gab es näm­lich kaum ein Pro­blem, als noch im Tabak­turm ein Nest war. Seit­dem das weg ist, gibt’s mehr als genug Mücken, die ste­chen, ste­chen, ste­chen — und jeder ein­zel­ne Stich ist der Ham­mer…

Nach­mit­tags zieht es wie­der zu, es sieht nach einem ordent­li­chen Guss aus und bläst dabei ziem­lich. Aber auch die­ses­mal ist es nur ange­täuscht. Es kühlt zwar etwas ab, spä­ter abends ist es aber wie­der ster­nen­klar und wind­still.

13. Tag, 28.07.: San Leo -> Cortona -> Citta di Castello -> San Leo

Der Plan für heu­te war eigent­lich, Cor­to­na, Cas­tigli­on Fio­ri­no und Arrez­zo zu besu­chen. Cor­to­na hat uns aber fast den gan­zen Tag fest­ge­hal­ten: von Kir­che zu Kir­che, von Muse­um zu Muse­um, und das, obwohl heu­te Mon­tag ist. Den Anfang mach­ten wir im Dom, auch der dem Baede­cker kei­nen Stern wert ist. Dafür beka­men wir ein Orgel­kon­zert zum Hoch­zeits­tag: Toc­ca­ta und Fuge in d‑moll von J. S.Bach und die Film­mu­sik zu India­na Jones. Der Orga­nist ist Bel­gi­er, wir haben uns mit ihm fran­zö­sich unter­hal­ten. Er nötig­te Ste­phan, auch in die Tas­ten zu grei­fen und damit zu demons­trie­ren, dass aus­wen­dig spie­len noch nie sei­ne Stär­ke war…

Im Die­zösan-Muse­um gibt es schö­ne Fres­ken von Signo­rel­li & Co. Die nächs­ten Kir­chen waren ent­we­der zu oder wer­den gera­de umge­baut. Am Ran­de: Cor­to­na liegt an einem Berg, das heißt, es geht stets rauf und run­ter, rauf und run­ter. Wäh­rend unse­rer Mit­tags­pau­se in einem Park find es an zu reg­nen. Flucht­ar­tig such­ten wir das nächs­te Muse­um (von den Etrus­kern in die Moder­ne) auf. Den Kaf­fee nah­men wir auf der Piaz­za del­la Repu­bli­ca ein. Um mitt­ler­wei­le 16:30 Uhr fah­ren wir zum Fried­hof vor der Stadt, den Dag­mar sich natür­lich nicht ent­ge­hen las­sen kann. Lei­der fängt es nun so rich­tig an zu wehen und mit zunächst weni­gen, gro­ßen Trop­fen an zu reg­nen. Es wird jedoch alles in eine fas­zi­nie­ren­de Ath­mo­sphä­re getaucht.

Von dort fah­ren wir auf klei­nen Sträß­chen an Cas­tigli­on Fio­ri­no vor­bei direkt nach Cit­ta di Cas­tel­lo. Unter­wegs reg­net es noch ein biss­chen, aber in Cit­ta die Cas­tel­lo ist es wie­der tro­cken. Den Ape­re­rif neh­men wir am Cor­so Vit­to­rio Ema­nue­le: Leu­te gucken!!! Zu Abend essen wir dann in der “L’Os­te­ria”, in der Ste­phan letz­tes Jahr die Spa­ghet­ti al Vong­ho­le fast auf des Short gekippt wur­den. Die­ses Jahr geht aber alles gut.

In San Leo muss es aber ziem­lich gereg­net haben! Der Boden ist bei der Rück­kehr recht feucht.