Murphy’s law gilt auch bei Tauben

Gestern war ich mal wieder in der Stadt. Das erste Mal in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Gemeinsam mit Freundin H., mit der ich mich seit vielen Jahren schon an einem Adventsabend auf dem Weihnachtsmarkt treffe, um ein bisschen zu gucken, Glühwein und einen Eierpunsch zu trinken und mal sehen, was der Abend so bringt. Eigentlich hassen wir Eierpunsch, aber egal, Tradition ist Tradition. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.

Gestern also war unser 2013er Mädels-Weihnachtsmarkt-Termin. Auf dem Weg zum Bahnhof, wo ich Freundin H. abholen wollte, traf ich am Eingang zum Münsterplatz auf einen Trupp Tauben. Die waren beschäftigt mit einer heruntergefallenen Tüte Popcorn. Sehr aufgeregt beschäftigt. Einer stand ein bisschen daneben und kriegte nichts ab. Aber dann kam seine Chance: Aus der Tüte rollte ein nicht aufgepopptes Maiskorn – man kennt das ja aus dem Kino, immer sind so ein paar nicht aufgepoppte Maiskörner knochenhart dazwischen. Dieses Korn nun rollte raus. Und der Täuberich hinterher. Das Maiskorn kullerte und kullerte, meterweise, und der Täuberich hinterher und pickte immer daneben. Es erinnerte ein bisschen an „kantaper, kantaper, in den Wald hinein“. Nur ohne Pfannkuchen. Dass massenweise Leute unterwegs waren und er andauernd irgendwelchen Füßen ausweichen musste, das war dem Täuberich aber völlig egal. Seine Geduld wurde aber belohnt: Irgendwann blieb das Maiskorn in einer Ritze zwischen den Pflastersteinen liegen. Jetzt aufpicken und feststellen, verdammt, dieses Ding ist ja knochenhart. Eben Murphy’s law.