Bonn in Orange — Müllwerker für einen Tag, Teil 4

Bonn in Orange, HerbstHeute ging es für mich zum vierten Mal mit bonnorange1 raus „ins Revier“: Biomüll in Ückesdorf und Röttgen.2 Wieder Wecker 5:30 Uhr, Dienstantritt 6:30 Uhr, Ausfahrt ins Revier 7:00 Uhr. Mittlerweile scheint es sich im Unternehmen endgültig rumgesprochen zu haben, was ich so treibe: herzliches Zuwinken oder „Na, biste wieder dabei? Wie is’et denn?“ auf dem Hof von Kollegen, mit denen ich schon unterwegs war und kein Fremdeln bei den dreien, mit denen ich heute unterwegs war. Das ist schon ein schönes Feedback.

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Was heißt denn vorweggehen?

Was heißt denn vorweggehen?„Ein Tag im Rheinischen Revier“ — so war der Titel einer Exkursion, die ich am 10.09.2016 zusammen mit 13 Genossinnen und Genossen zum Braunkohletagebau Garzweiler1 gemacht habe. Ich bin mit einem gemischten Gefühl nach Garzweiler gefahren. Dass ich kein Freund der Braunkohle bin und den Abbau schnellstmöglich beendet sehen möchte, wundert sicher wenige. (Was schnellstmöglich dabei heißt, ist dabei ein spannender Aspekt. Doch dazu später.) Ich hatte mich vor allem aus geophysikalischem, geologischem und technischem Interessen angemeldet.

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Gastspiel: Einmal Bus fahren

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Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn hat sich vor einige Jahren das Format „Gastspiel“ ausgedacht. Dabei besuchen wir Unternehmen und Institutionen in Bonn, die man sonst vielleicht nicht unbedingt von innen kennenlernt. Also im Grunde so etwas wie meine Innenansichten, aber eben mit einem Teil der Fraktion und vielleicht nicht ganz so viel anpacken. Dieses Jahr waren wir zum Beispiel bereits beim Förderverein Psychomotorik und beim Weck-Glaswerk. Heute also in einem Unternehmen der Stadt: Stadtwerke Bonn Bus und Bahn oder auch SWB-Verkehr. Weiterlesen

Ein Tag in der MVA Bonn

Ein Tag in der MVA Bonn

Ein Schwerpunkt meiner kommunalpolitischen Tätigkeit ist die kommunale Entsorgungswirtschaft, ich bin Mitglied im Verwaltungsrat bei bonnorange AöR und im Aufsichtsrat der Müllverwertungsanlage Bonn GmbH (MVA). Bei bonnorange habe ich bereits drei Mal „mit angepackt“ (s. hier, hier und hier), nun wollte ich auch wissen, wie so eine MVA eigentlich funktioniert. Herr Becker, der Geschäftsführer der MVA, war sofort bereit, mich einen Tag lang hospitieren zu lassen. Anders jedoch als bei bonnorange gibt es in einer solchen Anlage für einen Außenstehenden kaum Möglichkeiten, „einfach so“ mit anzupacken und z.B. Tonnen zu wuchten.

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Bonn in Orange — Müllwerker für einen Tag, Teil 3

20160330_Bonn_In_OrangeVor ein paar Tagen ging es nach Restmüll im Dezember 20151 und Sperrmüll im März 20162 zum dritten Mal mit bonnorange auf die Straße. Nun also Altpapier bzw. PPK, wie es im Fachjargon heißt: Pappe, Papier, Kartonagen. Wie gehabt Dienstantritt um 6:30 Uhr, Umkleiden und Kennenlernen meiner heutigen Kollegen.3 Das bei den beiden ersten Malen beschriebene Fremdeln/Beäugen fiel dieses Mal erstaunlich kurz aus. Das Revier für heute lag zwischen Poppelsdorfer Allee (ohne diese selbst) und Lessing-/Ermekeilstraße sowie Argelander-/Goebenstraße und Prinz-Albert-/Schumannstraße. Weiterlesen

Bonn in Orange — Müllwerker für einen Tag, Teil 2

20160330_Bonn_In_OrangeHeute (31.03.2016) bin ich meine zweite Tour mit bonnorange gefahren. Nach dem Restmüll (s. hier, dort ist auch erklärt, warum ich das mache) stand nun Sperrmüll auf dem Programm. Wieder 6:30 Uhr „Dienstantritt“, umziehen, umziehen und raus zum Wagen. Wieder die ersten Frotzeleien „Oh, Verstärkung!“ „Willste auch anpacken?“, gepaart mit gegenseitigem Beäugen, Kollegen kennen lernen, klären, dass es per Du einfacher geht etc. pp. Um 7:00 Uhr ging es dann raus.

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Vorweg #1: mindestens Freundin L. wird sich beim Lesen dieses Beitrags die Haare raufen. Ich höre sie bereits „Ahhhhh, Stephan!“ stöhnen. Ich hoffe, dass sie mir verzeiht.

Vorweg #2: Audiophile, für die nur die Rille der einzig zulässige Tonträger ist, mögen mir bitte noch mehr verzeihen.

Seit einiger Zeit versuche ich mehr oder weniger systematisch meine Musiksammlung a) zu vervollständigen und b) zu aktualisieren. Das bedeutet nicht, dass ich mir nun immer die neuesten Chartstürmer kaufe. Sondern viel mehr, dass ich mir Musik, die ich bis jetzt nur auf MC [1] habe bzw. die ich schon lange haben wollte, nun stückweise auf CD oder als MP3 online (oder artverwandt) kaufe. Letzteres dann, wenn es eher „Gebrauchsmusik“ bzw. Hintergrund-Tralala ist. Zur CD greife ich vor allem dann, wenn ich auch das Booklet haben möchte: Texte zum Nachlesen, Angaben zum Set etc. pp.

George Benson & Al Jarreau, "Givin' It Up"

George Benson & Al Jarreau, „Givin‘ It Up“

Nun hatte ich vor ein paar Tagen das Album „Givin‘ it up“ von Al Jarreau und George Benson entdeckt. Und da war sie nun die Frage: Wo kaufen? Denn es sollte schon die CD samt Booklet etc. sein. Beim in letzter Zeit ins Gerede gekommenen großen Internetanbieter für Bücher, CDs und überhaupt möchte ich eigentlich nicht mehr bestellen. Ich habe mich übrigens nicht an dem großen Boykott beteiligt (ich musste dafür auch schon einiges an virtueller Prügel einstecken). So sehr mich die Berichte über die Arbeitsbedingungen etc. irritieren und ich auf Abhilfe hoffen, viel mehr beunruhigen mich die Auswirkungen auf Verlage, unabhängige Buch- und Musikhändler etc., die im Zuge der Berichterstattung en passant ruchbar wurden. Denn mit diesem Online-Händler ist es ähnlich wie mit der hippen Computerfirma mit dem Apfel: Beide Firmen sind die beste Angriffsfläche, weil sie eh im Fokus des öffentlichen Interesses stehen. Die Mitbewerber sind kaum einen Deut besser. Was die ganze Chose natürlich nicht einfacher macht. Also kam nur ein örtlicher Händler in Frage. Und siehe da, Mr. Music an der Maxstraße hatte die CD vorrätig, sogar günstiger als jedes Angebot im Netz. Wow! Der Laden hat einen Kunden mehr!

[1] MC: s. http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Cassette

Besondere Tage.

Eigentlich besuche ich in diesem Frühjahr Donnerstags einen Italienisch-Kurs bei der VHS hier in Bonn. Doch für heute hatte mich meine Fraktionsvorsitzende zum Neujahrsempfang der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Bonn „delegiert“: gleichzeitig tagte nämlich der Hauptausschuss, wo der gesamte Fraktionsvorstand hin muss. Also durfte ich in Vertretung hin. Es war für mich ein besonderer Abend, weil der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Nikolaus Schneider den Vortrag hielt. Ich kenne ihn seit meiner Jugend, als er noch Gemeindepfarrer in meinem Heimatkirchenkreis war, wir zusammen ostermarschiert sind etc. pp. Für den Präses war es auch ein besonderer Abend, da es, wie er selbst sagte, der letzte dienstliche Termin in der Rheinischen Kirche gewesen ist: am Sonntag geht er in den Ruhestand. An dem Tag, an dem der Papst in den Ruhestand geht (offiziell: emeritiert) sorgte das natürlich für den ein oder anderen Lacher. Am Rande: es war einer der besten und anregendsten Vorträge, die ich in den letzten Jahren gehört habe (Thema: „Nein zur Judenmission“).

Wunder geschehen?

Wunder geschehen?

Und dann das: In der U-Bahn auf dem Weg nach Hause hing neben dem Sitz für Menschen mit Bewegungseinschränkungen ein Stock. In der Stadt, in der der ehemalige Papst, der ehemalige Josef Ratzinger an der Uni gelehrt hat. Ist das schon das erste Wunder? Werden nun Rufe „Santo subito!“ laut? Aber er lebt doch noch, oder?