Das Schwert des heiligen Galgano

Reiseliteratur

Reiseliteratur

Anfang Mai stecke ich üblicherweise mitten in den inhaltlichen Urlaubsvorbereitungen. Ich wälze Reiseführer, klicke mich durch Instagram-Profile, surfe durch Wikipedia, um neue, interessante Ziele zu finden, oder herauszufinden, wo es sich lohnt, noch einmal hinzufahren. Für dieses Jahr steht Siena und Umgebung auf dem Programm: einiges zum wiederholten Male, aber auch ein paar Orte zum ersten Mal. Zu letzteren gehören auch die Abbazia di San Galgano und die Cappella di San Galgano a Montesiepi (IT, auch Eremo oder Oratorio genannt, s.u.). Letztere ist bekannt für ihre Fresken von Ambrogio Lorenzetti — und das Schwert des heiligen Galganos.

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Gartennotiz #014: Blauregen, Rosaregen, Sternchenregen?

Vor ein paar Jahren haben wir einen Blauregen in unserem Garten gepflanzt. Wie zu erwarten war, hat die Wisteria erstmal alle Kraft darein gesetzt, vom Boden an der Wand entlang in Richtung Balkon zu ranken. Soweit in Ordnung. Auch, dass es in den ersten Jahren mit der Blüte eher schwach aussah. Das hat sich gebessert. Um nicht zu sagen: Dieses Jahr steht er in voller Blüte. Nur: Von einem Blau-regen kann nun wirklich nicht die Rede sein. Das ist alles ziemlich rosé geraten. Nun fragen wir uns, ob das bereits ein Genderthema ist. Sollen wir jetzt Loretta zu ihr sagen? Der Blauregen versus die Wisteria. Nun gut. Das ist ja jetzt geklärt. Zumal die Blüten zwittrig sind und die Früchte des letzten Jahres gut gekeimt haben.

Blauregen

Der Osterzopf

Der Osterzopf

Der Osterzopf

Dieses Jahr stand keine Familientour zu Ostern im Kalender. Also Zeit, selbst einen Osterzopf zu backen.

Einen Osterzopf? Was hat es eigentlich damit auf sich?

Die Volkskundlerin im Haus erklärt schnell, dass es sich hierbei nicht (nur) um ein hübsch anzusehendes Brot handelt, sondern um ein so genanntes Gebild[e]brot/-gebäck. Bekannter in diesem Zusammenhang sind Osterlämmer, Weckmänner, Nikoläuse etc.1 Ab-gebildet werden hier z.B. gefaltete Hände, die Finger ineinandergeflochten.

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Gartennotiz 013: Da beißt die Maus keinen Faden ab

Der Gartenbetrieb beginnt für mich seit einigen Jahren mit dem Umsetzen des Komposts. Das hat sich seit der Zeit der Absoluten Beginner nicht geändert. Wir leisten uns den Luxus, den frischen Bioabfall und die Garten- und Grünabfälle in einem Schnellkomposter 1 über das Jahr zu sammeln, im Frühjahr des Folgejahres in einen Holzkomposter 2 in einer offenen Miete umzusetzen und den „zweijährigen“ Kompost zu sieben. Der Arbeitsablauf ist natürlich umgekehrt: erst den zweijährigen sieben, dann den einjährigen umsetzen und damit das Fass wieder für den neuen Abfall leeren. Vor ein paar Tagen war es nun endlich soweit.

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Notes:

  1. Wikipedia Schnellkomposter: <https://de.wikipedia.org/wiki/Kompostierung#Schnellkomposter>
  2. Wikipedia Offene Kompostierung: <https://de.wikipedia.org/wiki/Kompostierung#Offene_Kompostierung>

10 Bücher

Prolog

Poste (je ein Bild von) 10 Bücher(n), die Eindruck hinterlassen haben. So in etwa lautete vor einigen Wochen mal wieder der Aufruf eines Facebook-Kettenbriefs. Und mit jedem Bild/Post durfte jemand neues „nominiert“ werden, der/die dann vor der gleichen Aufgabe oder Ehre stand. Bei mir laufen solche Aufrufe in der Regel ins Leere bzw. erreichen eine Sackgasse. Dieses Mal jedoch war es etwas anders. Bücher. Facebook. Da muss doch ‚was gehen – auch bei mir und für mich. Also fing ich an, darüber nachzudenken, was ich unter „Eindruck hinterlassen“ verstehe, verstehen will. Wären das also Werke der Weltliteratur, die mich beeinflusst haben, mit denen ich selbst als belesen Eindruck machen möchte? Oder vielleicht doch eher die Werke, die z.B. eng mit meiner Liebe zu Italien verbunden sind? Politik-Gedöns, gar Politiker*innen-Biografien, um meine ideologische Festigung zu demonstrieren? Mit alle dem kam ich irgendwie nicht vorwärts. Also anders anfangen. Was prägt mich? Und welche Bücher sind dafür sowohl prägend als auch aussagekräftig, vielleicht als eines für einen ganzen Teil von mir. Und wo gibt es vielleicht sogar Schnittstellen. Schon besser.

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Umbrien 2017: Tag 6 — Toskana-Tour

Jetzt sitzen wir hier, auf der Terasse der Cantina Gattavecchi in Montepulciano. Die Sonne ist schon untergegangen, langsam wird es dunkel und auf der anderen Seite des Tals gehen immer mehr Lichter an. Wir hatten ein wunderbares Abendessen und bestellen gleich für mich noch ein Glas Wein. Heute Abend haben wir sogar Livemusik vor der Nase. Während wir gegessen haben, baute die eine Hälfte einer 2-Mann-Band die Percussion direkt vor uns auf, der zweite spielt Gitarre und wir hören einen Mix aus Rock und Jazz, sehr schön. Weiterlesen

Umbrien 2017: Tag 0 bis 3 — Zeit für den Nachtrag der ersten dreieinhalb Tage

Tag 0: Packen

So zeitig waren wir noch nie. Schon abends vor der Abfahrt war das Auto weitgehend gepackt… Inklusive Entsafter, Marmeladengläsern und diesmal sogar Spiele dabei.

Tag 1: Bonn – Cernobbio

Im Nieselwetter los, je höher im Rheintal, desto sonniger wurde es. Stopp in Bruchsal und Schauinsland, da haben wir aber nur kurz die Vignette gekauft. Dann über die Grenze in die Schweiz. Achtung: nach den Tunneln immer ein Blitzer! Auch in diesem Jahr sind wir über den Pass und nicht durch den Gotthard-Tunnel gefahren. Diesmal bei Sonnenschein.

Jetzt dauert es nicht mehr lang: nur noch runter ins Tal, am Lago Maggiore und Lago Lugano vorbei und dann kurz hinter der Grenze in Chiasso links (!) von der Autobahn ab, nach Cernobbio rein.

Hier haben wir mit dem Terzo Crotto eine inzwischen fast traditionelle Übernachtungsstation. In diesem Jahr sind wir das dritte Mal hier. Ein Haus mit einem wunderbar leicht morbiden Charme mit einer exzellenten Küche und einem noch besseren Weinkeller.

Abends am See noch ein wenig vom Lake Como Film Festival erlebt.

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Worüber wir abgestimmt haben und was der OB daraus macht

Heute wurden die Stimmen des ersten Bürgerentscheids in Bonn ausgezählt. Im Vorfeld herrschte eine durchaus aufgeheizte Atmosphäre, ich habe mich ein ums andere Mal gefragt, wie alle Beteiligten „am Tag danach“ wieder von ihren Bäumen kommen würden. Ich möchte mich an dieser Stelle gar nicht über die Werbekampagne von Stadt/OB auslassen, auch andere Dinge wären sicher auch noch einer Nach-Betrachtung wert. Es geht mir um eine Pressemitteilung, die die Stadt kurz nach der Bekanntgabe des Endergebnisses herausgeben hat.

Um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: „51,64 Prozent stimmen für ein neues Schwimmbad“ ist meines Erachtens nicht das Ergebnis des Bürgerentscheids. Denn die Frage, über die abgestimmt wurde, lautete: „Soll das Kurfürstenbad erhalten, wieder nutzbar gemacht und saniert werden?“ Diese wurde von 51,64% der Menschen, die am Entscheid teilgenommen haben, verneint. Wenn man das nun in eine Positiv-Aussage wenden möchte, bedeutet das, dass eine Mehrheit sich dafür ausgesprochen hat, dass das Kurfürstenbad geschossen bleibt, nicht saniert und nicht wieder nutzbar gemacht wird. Da ist von dem geplanten neuen Bad noch keine Rede. Es könnte auch schlicht damit Schluss sein. Das Bad bleibt geschlossen, Schul- und sonstiges Schwimmen muss halt neu organisiert werden, das eingesparte Geld kommt anderen Dingen zu gute. Der Link zum neuen Schwimmbad entsteht erst dadurch, dass das neue Bad — wenn überhaupt — nur dann annähernd wirtschaftlich betrieben werden kann, wenn mindestens zwei (!) Bäder in Bonn als Schwimmbäder geschlossen werden.1 Aber ob das neue Bad überhaupt kommt, steht ja nach den Finanzzahlen, die passender Weise erst zwei Tage vor Ende des Bürgerentscheids ans Licht kamen, ein wenig in Frage. Aber der OB will ja, wenn jetzt so richtig losgeplant werden kann, auch irgendwann mal Zahlen nennen. Ob bei deren Interpretation dann genau so elastisch mit der Wahrheit umgegangen wird?

ANT XIV/3: Einmal in den Süden und zurück.

Ureinwohner

Ureinwohner

In letzter Zeit bin ich wieder häufiger gefragt worden, wo denn mein Interesse an und Wissen rund um Klima- und Polarforschung etc. herrührt. Nun, für ein paar Jahre war ich Polarforscher. Das steht sogar auf einer Fahrkarte der Jungfraubahn.1 Aber das ist eine andere Geschichte. Während dieser Zeit hatte ich die für mich auch nach 20 Jahren noch unglaubliche Gelegenheit, einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt in der Antarktis absolvieren zu dürfen. Hier also nun mein Kurzbericht zu dieser Reise.

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Und es war kein Raum in der Herberge…

Am letzten Donnerstag hatte ich ein echtes Krippen-Erlebnis. Ich war von den Initiatoren des Deutzer Forums zum diesjährigen lebendigen Adventskalender eingeladen worden, einen Kurzvortrag zum Thema „Weihnachtskrippen“ zu halten. Als Ort war die Krippe im Horion-Haus des LVR vorgeschlagen, die dort seit vielen Jahren aufgebaut wird und auch schon lange Teil des Kölner Krippenweges ist. Nun, in diesem Jahr nicht. Ich kam etwa eine halbe Stunde vor Beginn meines Adventskalender-Fensters in Deutz an, betrat das Foyer des Horion-Hauses und fand: keine Krippe. Der freundliche Herr am Empfang konnte mir nicht weiterhelfen. Krippe, hätte er noch nie hier gesehen. Auch seine Nachfrage beim Kollegen im Landeshaus gegenüber blieb erfolglos: auch dort keine Krippe. Was tun? Inzwischen waren die ersten am Krippenvortrag interessierten Deutzerinnen und Deutzer eingetroffen. Meine erste spontane Idee war: wir bauen einfach selbst eine lebendige Krippe auf. Eine der Teilnehmerinnen war direkt begeistert und zog ihre Haarspange aus dem Zopf: „Das ist der Stern von Bethlehem!“ Eine schöne Idee, denn die Haarspange ließ sich per Knopfdruck zum Leuchten bringen. Einige der Anwesenden erklärten sich auch spontan bereit, die Hirten zu spielen. Weiterlesen