Gartennotiz #015: Aus Wildblumenwiese wird Staudenbeet

In jedem Schei­tern steckt ein Neu­be­ginn. Mit die­ser Bin­sen­weis­heit könn­ten wir die neu­es­ten Umge­stal­tun­gen in unse­rem Gar­ten beschrei­ben. 2013 haben wir vol­ler Elan zum ers­ten Mal die Blu­men­wie­se ein­ge­sät. In den letz­ten Jah­ren nahm jedoch das Gras immer mehr über­hand. Zuletzt waren so gut wie kei­ne Blü­ten mehr zu sehen. Noch ein paar Bart­nel­ken, etwas Gold­mohn, ein paar Brenn­nes­seln. Das war es dann aber auch. Was tun?

Nach reif­li­cher Über­le­gung ent­schie­den wir uns dann für den radi­ka­len Schritt, die (Res­te der) Blu­men­wie­se weg­ma­chen zu las­sen und ein Stau­den­beet mit insek­ten­freund­li­chen Pflan­zen anzu­le­gen. Hin­zu­kam, dass die klei­ne Trau­er­bir­ke wohl den letz­ten Hit­ze­s­om­mer nicht über­lebt hat.

Wei­ter­le­sen

Bonn in Orange — Kehrmännchen, Teil 1

2015/2016 habe ich bei bon­noran­ge und der Müll­ver­wer­tungs­an­la­ge Bonn mehr­mals hos­pi­tiert: Rest­müll, Sperr­müll, Papier, die MVA und Bio­müll. Der Fokus lag offen­sicht­lich auf der “klas­si­schen” Abfall­wirt­schaft. Zur Stadt­rei­ni­gung gehö­ren aber auch die Stra­ßen­rei­ni­gung und der Win­ter­dienst. Win­ter­dienst ist im Juni eher weni­ger ange­sagt, aber klas­si­sche Stra­ßen­rei­ni­gung geht (fast) immer.

Der Wecker klin­gel­te um 4:45 Uhr, um 5:45 Uhr war umzie­hen und mel­den beim Dis­po­nen­ten ange­sagt. Team 5, Bei­fah­rer auf einer Kom­pakt­kehr­ma­schi­ne und anschlie­ßend Hand­keh­rung. Na dann mal los.

Wei­ter­le­sen

Das Schwert des heiligen Galgano

Reiseliteratur

Rei­se­li­te­ra­tur

Anfang Mai ste­cke ich übli­cher­wei­se mit­ten in den inhalt­li­chen Urlaubs­vor­be­rei­tun­gen. Ich wäl­ze Rei­se­füh­rer, kli­cke mich durch Insta­gram-Pro­fi­le, sur­fe durch Wiki­pe­dia, um neue, inter­es­san­te Zie­le zu fin­den, oder her­aus­zu­fin­den, wo es sich lohnt, noch ein­mal hin­zu­fah­ren. Für die­ses Jahr steht Sie­na und Umge­bung auf dem Pro­gramm: eini­ges zum wie­der­hol­ten Male, aber auch ein paar Orte zum ers­ten Mal. Zu letz­te­ren gehö­ren auch die Abba­zia di San Gal­ga­no und die Cap­pel­la di San Gal­ga­no a Mon­te­sie­pi (IT, auch Ere­mo oder Ora­to­rio genannt, s.u.). Letz­te­re ist bekannt für ihre Fres­ken von Ambro­gio Loren­zet­ti — und das Schwert des hei­li­gen Gal­ga­nos.

Wei­ter­le­sen

Gartennotiz #014: Blauregen, Rosaregen, Sternchenregen?

Vor ein paar Jah­ren haben wir einen Blau­re­gen in unse­rem Gar­ten gepflanzt. Wie zu erwar­ten war, hat die Wis­te­ria erst­mal alle Kraft dar­ein gesetzt, vom Boden an der Wand ent­lang in Rich­tung Bal­kon zu ran­ken. Soweit in Ord­nung. Auch, dass es in den ers­ten Jah­ren mit der Blü­te eher schwach aus­sah. Das hat sich gebes­sert. Um nicht zu sagen: Die­ses Jahr steht er in vol­ler Blü­te. Nur: Von einem Blau-regen kann nun wirk­lich nicht die Rede sein. Das ist alles ziem­lich rosé gera­ten. Nun fra­gen wir uns, ob das bereits ein Gen­der­the­ma ist. Sol­len wir jetzt Loret­ta zu ihr sagen? Der Blau­re­gen ver­sus die Wis­te­ria. Nun gut. Das ist ja jetzt geklärt. Zumal die Blü­ten zwitt­rig sind und die Früch­te des letz­ten Jah­res gut gekeimt haben.

Blau­re­gen

Der Osterzopf

Der Osterzopf

Der Osterzopf

Die­ses Jahr stand kei­ne Fami­li­en­tour zu Ostern im Kalen­der. Also Zeit, selbst einen Osterzopf zu backen.

Einen Osterzopf? Was hat es eigent­lich damit auf sich?

Die Volks­kund­le­rin im Haus erklärt schnell, dass es sich hier­bei nicht (nur) um ein hübsch anzu­se­hen­des Brot han­delt, son­dern um ein so genann­tes Gebild[e]brot/-gebäck. Bekann­ter in die­sem Zusam­men­hang sind Oster­läm­mer, Weck­män­ner, Niko­läu­se etc.1 Ab-gebil­det wer­den hier z.B. gefal­te­te Hän­de, die Fin­ger inein­an­der­ge­floch­ten.

Wei­ter­le­sen

Gartennotiz #013: Da beißt die Maus keinen Faden ab

Der Gar­ten­be­trieb beginnt für mich seit eini­gen Jah­ren mit dem Umset­zen des Kom­posts. Das hat sich seit der Zeit der Abso­lu­ten Begin­ner nicht geän­dert. Wir leis­ten uns den Luxus, den fri­schen Bio­ab­fall und die Gar­ten- und Grün­ab­fäl­le in einem Schnell­kom­pos­ter 1 über das Jahr zu sam­meln, im Früh­jahr des Fol­ge­jah­res in einen Holz­kom­pos­ter 2 in einer offe­nen Mie­te umzu­set­zen und den “zwei­jäh­ri­gen” Kom­post zu sie­ben. Der Arbeits­ab­lauf ist natür­lich umge­kehrt: erst den zwei­jäh­ri­gen sie­ben, dann den ein­jäh­ri­gen umset­zen und damit das Fass wie­der für den neu­en Abfall lee­ren. Vor ein paar Tagen war es nun end­lich soweit.

Wei­ter­le­sen

Notes:

  1. Wiki­pe­dia Schnell­kom­pos­ter: <https://de.wikipedia.org/wiki/Kompostierung#Schnellkomposter>
  2. Wiki­pe­dia Offe­ne Kom­pos­tie­rung: <https://de.wikipedia.org/wiki/Kompostierung#Offene_Kompostierung>

10 Bücher

Prolog

Pos­te (je ein Bild von) 10 Bücher(n), die Ein­druck hin­ter­las­sen haben. So in etwa lau­te­te vor eini­gen Wochen mal wie­der der Auf­ruf eines Face­book-Ket­ten­briefs. Und mit jedem Bild/Post durf­te jemand neu­es „nomi­niert“ wer­den, der/die dann vor der glei­chen Auf­ga­be oder Ehre stand. Bei mir lau­fen sol­che Auf­ru­fe in der Regel ins Lee­re bzw. errei­chen eine Sack­gas­se. Die­ses Mal jedoch war es etwas anders. Bücher. Facebook. Da muss doch ‘was gehen – auch bei mir und für mich. Also fing ich an, dar­über nach­zu­den­ken, was ich unter „Ein­druck hin­ter­las­sen“ ver­ste­he, ver­ste­hen will. Wären das also Wer­ke der Welt­li­te­ra­tur, die mich beein­flusst haben, mit denen ich selbst als bele­sen Ein­druck machen möch­te? Oder viel­leicht doch eher die Wer­ke, die z.B. eng mit mei­ner Lie­be zu Ita­li­en ver­bun­den sind? Poli­tik-Gedöns, gar Politiker*innen-Biografien, um mei­ne ideo­lo­gi­sche Fes­ti­gung zu demons­trie­ren? Mit alle dem kam ich irgend­wie nicht vor­wärts. Also anders anfan­gen. Was prägt mich? Und wel­che Bücher sind dafür sowohl prä­gend als auch aus­sa­ge­kräf­tig, viel­leicht als eines für einen gan­zen Teil von mir. Und wo gibt es viel­leicht sogar Schnitt­stel­len. Schon bes­ser.

Wei­ter­le­sen

Umbrien 2017: Nachtrag — Tage ohne besondere Vorkommnisse. Oder: was es sonst noch zu berichten gibt

Jetzt sind wir fast schon so lan­ge wie­der zu Hau­se, wie wir in Urlaub gewe­sen sind — bei­des ist schnell ver­gan­gen. Aber zum Glück gibt es die vie­len Erin­ne­run­gen an drei wun­der­schö­ne Wochen in Ita­li­en. Und dass sind nicht nur die “gro­ßen” Erin­ne­run­gen, die hier ein­zel­ne Bei­trä­ge bekom­men haben. Es sind auch (vor allem?) die vie­len klei­nen Din­ge, die “ein­fach so” pas­sie­ren, Tage ohne Aus­flug oder wir auch immer. Im Fol­gen­den ver­su­chen wir, ein paar Ein­drü­cke in Wort und Bild fest­zu­hal­ten.

Wei­ter­le­sen

Umbrien 2017: Tag 19 — Falzano di Cortona oder Dreieinhalb Geschichten über Europa

Einleitung

Im Früh­jahr die­sen Jah­res war viel von rech­ten Umtrie­ben in der Bun­des­wehr zu lesen und zu hören1. Neben dem damals aktu­el­len Anlass (dem Fund von “Devo­tio­na­li­en” aus dem sog. Drit­ten Reich), wur­de auch mal wie­der von den Vete­ra­nen­tref­fen in Mit­ten­wald berich­tet.2 Hier stol­per­te ich über “Falza­no di Cor­to­na”. In die­sem Dorf wur­de am 26. Juni 1944 von der deut­schen Wehr­macht eines der vie­len Mas­sa­ker ver­übt: Als “Ver­gel­tung” für einen Par­ti­sa­nen­an­griff wur­den Bewoh­ner des Dorfs in ein Haus gepfercht und die­ses dann gesprengt.3. Eine Suche in Goog­le Maps ergab, dass Falza­no nur weni­ge Kilo­me­ter von San Leo Bas­tia ent­fernt ist, ein Besuch war nun fest ein­ge­plant.

Der Ort (oder das, was davon übrig ist) hat Erin­ne­run­gen wach geru­fen, mich nach­denk­lich gemacht. Wei­ter­le­sen