Auch die letzte Wohnung sollte bezahlbar sein.

Heute morgen war ich beim durchblättern von fb wohl noch nicht ganz wach. Den Post oben habe ich überflogen und so bei mir gedacht: das hätte ich dem Uli gar nicht so zugetraut, dass ihm die Friedhofsgebühren so am Herzen liegen, dass er sie zum Thema des Bundestagswahlkampfes macht. Ist ja irgendwie richtig, auch da geht es um bezahlbaren Wohnraum. Oder eher Liegeplatz. Aber was hat die BIMA damit zu tun?

Also nochmal in Ruhe lesen: ups, da war er, der Vorleser: hat das Zeug zwischen meinen Ohren aus „Friesdorf“ „Friedhof“ gemacht…

Und ich entschuldige mich bei allen Friesdorfer*innen: Ich mag Friesdorf! Friesdorf ist kein Friedhof…

Umbrien 2017: Tag 12 — Die südliche Valle Umbra, Tag 1

Vor ein paar Jahren hatten wir uns vorgenommen, für Touren, wo es — vorhersehbar — viel zu sehen gibt, von Anfang an zwei Tage einzuplanen, also eine Übernachtung „außerhalb“. Vor zwei Jahren ging es in die Valnerina, dieses Jahr nicht ganz so weit in die südliche Valle Umbra zwischen Foligno, Castel Ritaldi und Trevi.

Der Tag fing am Haus nach zwei kühleren Tagen, an denen es auch geregnet hatte, mit einem imposanten Blick auf ein mit Nebel gefülltes Tal an.

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Umbrien 2017: Tag 6 — Toskana-Tour

Jetzt sitzen wir hier, auf der Terasse der Cantina Gattavecchi in Montepulciano. Die Sonne ist schon untergegangen, langsam wird es dunkel und auf der anderen Seite des Tals gehen immer mehr Lichter an. Wir hatten ein wunderbares Abendessen und bestellen gleich für mich noch ein Glas Wein. Heute Abend haben wir sogar Livemusik vor der Nase. Während wir gegessen haben, baute die eine Hälfte einer 2-Mann-Band die Percussion direkt vor uns auf, der zweite spielt Gitarre und wir hören einen Mix aus Rock und Jazz, sehr schön. Weiterlesen

Und es war kein Raum in der Herberge…

Am letzten Donnerstag hatte ich ein echtes Krippen-Erlebnis. Ich war von den Initiatoren des Deutzer Forums zum diesjährigen lebendigen Adventskalender eingeladen worden, einen Kurzvortrag zum Thema „Weihnachtskrippen“ zu halten. Als Ort war die Krippe im Horion-Haus des LVR vorgeschlagen, die dort seit vielen Jahren aufgebaut wird und auch schon lange Teil des Kölner Krippenweges ist. Nun, in diesem Jahr nicht. Ich kam etwa eine halbe Stunde vor Beginn meines Adventskalender-Fensters in Deutz an, betrat das Foyer des Horion-Hauses und fand: keine Krippe. Der freundliche Herr am Empfang konnte mir nicht weiterhelfen. Krippe, hätte er noch nie hier gesehen. Auch seine Nachfrage beim Kollegen im Landeshaus gegenüber blieb erfolglos: auch dort keine Krippe. Was tun? Inzwischen waren die ersten am Krippenvortrag interessierten Deutzerinnen und Deutzer eingetroffen. Meine erste spontane Idee war: wir bauen einfach selbst eine lebendige Krippe auf. Eine der Teilnehmerinnen war direkt begeistert und zog ihre Haarspange aus dem Zopf: „Das ist der Stern von Bethlehem!“ Eine schöne Idee, denn die Haarspange ließ sich per Knopfdruck zum Leuchten bringen. Einige der Anwesenden erklärten sich auch spontan bereit, die Hirten zu spielen. Weiterlesen

Von echten und symbolischen Kürbisköpfen

Heute Abend ist es also wieder so weit: Mit Beginn der Dämmerung laufen gruselig verkleidete Kinder durch ihre Wohnviertel und fordern mit dem Ruf „trick or treat“ Süßigkeiten ein. Wenn die kleinen schon längst wieder zu Hause sind, ziehen die älteren Geschwister zur Halloweenparty, zurechtgemacht als Hexe, Vampir, Zombie oder sonst wie, Hauptsache irgendwie schaurig. Eltern genießen den dann ruhigen Abend mit Kürbissuppe, vielleicht exotisch mit Kokosmilch, vielleicht klassisch mit Kürbisöl und gerösteten Kürbiskernen. Damit lässt sich ja wunderbar das beim Aushöhlen der Deko-Kürbisse für den Vorgarten angefallene Kürbisfruchtfleisch verarbeiten. Alle freuen sich auf den folgenden Feiertag Allerheiligen zum Ausschlafen. Es ist Halloween.

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Das Imperium schlägt zurück

pfffft-pschschschscht

pfffft-pschschschscht

Heute auf dem Nachhauseweg ist mir Darth Vader begegnet. Mit Rollator. Zumindest habe ich das eine ganze Weile geglaubt. Auf dem Fuß/Radweg die Bahngleise entlang in Dransdorf, wo etwas merkwürdige Gestalten eigentlich ganz regelmäßig verkehren. Also eine Gestalt mit schwarzem Umhang, schwarzem Helm – und ich meinte auch schon das typische „pffft-pschschschscht“ zu hören. Das mit dem Rollator hätte ja auch gepasst, denn das letzte Mal, als ich ihn gesehen habe, sah er gar nicht gut aus. Manche Leute sollten den Helm einfach grundsätzlich nicht abnehmen.

Beim Näherkommen entpuppte sich Darth Vader dann als kleiner Mann mit zu großer schwarzer Basecap, der seine halblange Jacke umgelegt hatte und einen beim Aldi mitgenommenen Einkaufswagen schob. Über dem Einkaufswagen lag noch ein dunkles Tuch/Textil, vielleicht um dieses gute Stück sicher und unbemerkt nach Hause zu bringen. Im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne waren dann die Dinge irgendwie neu zusammengesetzt.

Ich brauche vielleicht doch eine Brille.

(Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Amsterdam_-_De_Dam_-_Figure_1_%28Darth_Vader%29.JPG, Author: rudolphous, 03.09.2011)

Sie sind zurück…

Frühling

Frühling

Ja, wie Stephan schon schrieb, wir haben in den letzten drei Wochen ein bisschen angefangen, unsern Garten frühjahrsfit zu machen. Zum Beispiel mit ein paar bunten Blüten. Und die ersten Samenkörner sind auch in Töpfchen gesetzt: Löwenmäulchen, Jungfer im Grünen, Akelei – und natürlich die obligatorische Kapuzinerkresse. Auch die im letzten Sommer aus Italien mitgebrachten Samen von Pflanzen, die dort vermutlich Unkraut heißen und Wegränder zuwucherten, habe ich mal testweise in Töpfchen gesät.

Stiefmütterchen

Stiefmütterchen

Vom ersten Gartenmarkt-Ausflug hatte ich nicht nur Primeln, Hyazinthen und Osterglocken mitgebracht, sondern auch eine Palette mit 30 Hornveilchen (die ich fast so liebe wie Akelei und Kapuzinerkresse) für 5 Euro. Ein Schnäppchen sozusagen. Die habe ich ins Beet an der Terasse gepflanzt, so als Randgestaltung. Nach zwei Tagen war klar: diese Hornveilchen sind keine Hornveilchen sondern Stiefmütterchen. Hm, aber gut. Wir geben Ihnen eine Chance.

Viel schlimmer war aber die Entdeckung am Freitag abend. Ein kleiner Rundgang durch den Garten – und die Stiefmütterchen sind angefressen.

sie sind geschlüpft - Nacktschnecken

sie sind geschlüpft – Nacktschnecken

Sofort die Handschuhe angelegt und das Salz zurechgestellt – aber bis auf eine einzige winzig kleine habe ich keine Nacktschnecke entdecken können. Die sind vermutlich so klein, dass sie einfach in der gemulchten Erde nicht auffallen. Und obwohl es nun wieder etwas kühler geworden ist, sind sie aktiv und hungrig – sie wollen ja in ca. 12 Wochen etwa 20mal so groß sein wie jetzt…

Mal sehen, wer überlebt – morgen kaufe ich Schneckengift.

 

Radio

Heute sind wir von unserem Wochendendausflug nach Delmenhorst zurückgefahren. Auf der A1 immer geradeaus (zumindest bis kurz nach Münster, dann gibt es auch mal ein paar langezogene Kurven).

Auf der Fahrt haben wir Radio gehört. WDR 2. Wir sind drangeblieben, manchmal fiel es schwer.

Noch vor der Auffahrt auf die Autobahn auf der Landstraße zwischen Delmenhorst und Wildeshausen, irgendwo in der niedersächsichen Pampa. Moderator: „Wir schalten jetzt zu unserem Reporter nach Winterberg. Er hat Fragen, die weh tun.“ Tatsächlich. Es ging um die Anzahl der Personen in einem 4er-Bob, die Frage, seit wann rodeln olymisch ist, wie sich die niederländische Zuschauerin gerade fühlt, so hoch über dem Meeresspiegel, und wann denn die Winterspiele endlich nach Winterberg kommen. Ich glaube, die haben einen Praktikanten geschickt, oder es lief eine Wette – schaffe ich es, 4 Minuten komplett hirnfreies blabla über den Sender zu kriegen…

Ein dann doch witziger Zufall war es, dass das Städtequiz mit Pofallala, bei dem es „Münster“ zu erraten galt, genau über den Sender ging, als wir gerade an Münster vorbeigefahren waren (nach dem Fahrerwechsel am Rasthof Münsterland). Für einen zweiten Lacher sorgte die Dame, die das Rätsel auflösen durfte und dafür zwei Konzertkarten bekam: „Ich will nach Robbie Williams“

Danach lief ebenfalls passend Bon Jovi „Keep the brain“. Inzwischen waren wir kurz hinter Hagen.

Bei Leverkusen schalten wir zurück nach Winterberg. Der Praktikant hat es geschafft, den Gewinner des Rodelns vor sein Mikrofon zu bekommen – ein Lehrstück für die bekannte Problematik: wer blöd fragt, bekommt auch eine blöde Antwort.

Im ganzen eine sehr entspannte Rückfahrt – und wir sind trotz allem drangeblieben. Wir mögen WDR2

Wettkochen? Die Generalprobe für Heiligabend

Seit einiger Zeit schon überlegen wir: Was kochen an Heiligabend? In diesem Jahr feiern wir diesen Abend mit den Freundinnen H. und B., wie schon häufiger in den letzten Jahren. Ganz traditionell treffen wir uns am nachmittag und beginnen mit einer gemeinsamen Küchenschlacht für ein mindestens 3-Gänge-Menü. In diesem Jahr sind wir für den Hauptgang zuständig. Ich hatte vor ein paar Tagen ein kulinarisches Bild vor Augen: Wild, kurzgebraten, in einer Sauce aus Kirschen und Schokolade, mit einer kartoffelligen Beilage.

Wozu gibt es das Internet? Einfach eingeben „Rezept“, „Kirschen“ und „Wild“ und google spuckt aus: „Hirsch mit Kirsch“ aus „Essen und Trinken“.

Das Rezept klang ganz gut, mir fehlte allerdings die Schokonote. Stephan hingegen, der konsequente Rezeptkocher, war gar nicht davon angetan, die einmal gefundene Kochanleitung zu variieren. Die Lösung: wir müssen das ausprobieren. Und so haben wir heute abend zwei Kirschsaucen zum Rindersteak produziert, um über die Varianten abzustimmen. Wir haben das für Euch mal dokumentiert:

Kartoffel-Beilage

Kartoffel-Beilage

Über ein Kartoffelgratin als Beilage waren wir uns schnell einig. Das kommt erstmal für eine halbe Stunde in den Backofen. Währenddessen wurden die zwei Saucenvarianten gemacht.

Rezeptkocher

Rezeptkocher gegen…

Varianten-Erfinderin

… Varianten-Erfinderin

Statt schwarzem nehmen wir mal roten Pfeffer

Statt schwarzem nehmen wir mal roten Pfeffer

Angereichert mit Kakao

Angereichert mit Kakao

Zwei Rindersteaks kurz angebraten

Zwei Rindersteaks kurz angebraten

Fertig

Fertig

und auf den Tisch

und auf den Tisch

20131221-203907 Geschmeckt haben uns beide Varianten sehr gut. Und was machen wir jetzt Heiligabend?

Murphy’s law gilt auch bei Tauben

Gestern war ich mal wieder in der Stadt. Das erste Mal in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Gemeinsam mit Freundin H., mit der ich mich seit vielen Jahren schon an einem Adventsabend auf dem Weihnachtsmarkt treffe, um ein bisschen zu gucken, Glühwein und einen Eierpunsch zu trinken und mal sehen, was der Abend so bringt. Eigentlich hassen wir Eierpunsch, aber egal, Tradition ist Tradition. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.

Gestern also war unser 2013er Mädels-Weihnachtsmarkt-Termin. Auf dem Weg zum Bahnhof, wo ich Freundin H. abholen wollte, traf ich am Eingang zum Münsterplatz auf einen Trupp Tauben. Die waren beschäftigt mit einer heruntergefallenen Tüte Popcorn. Sehr aufgeregt beschäftigt. Einer stand ein bisschen daneben und kriegte nichts ab. Aber dann kam seine Chance: Aus der Tüte rollte ein nicht aufgepopptes Maiskorn – man kennt das ja aus dem Kino, immer sind so ein paar nicht aufgepoppte Maiskörner knochenhart dazwischen. Dieses Korn nun rollte raus. Und der Täuberich hinterher. Das Maiskorn kullerte und kullerte, meterweise, und der Täuberich hinterher und pickte immer daneben. Es erinnerte ein bisschen an „kantaper, kantaper, in den Wald hinein“. Nur ohne Pfannkuchen. Dass massenweise Leute unterwegs waren und er andauernd irgendwelchen Füßen ausweichen musste, das war dem Täuberich aber völlig egal. Seine Geduld wurde aber belohnt: Irgendwann blieb das Maiskorn in einer Ritze zwischen den Pflastersteinen liegen. Jetzt aufpicken und feststellen, verdammt, dieses Ding ist ja knochenhart. Eben Murphy’s law.