Urlaubsnotizen 2019/001: Wegmarken

Titelbild

Ganz schön weit ist es bis nach Umbri­en, Haus zu Haus ca. 1.200 km. Die ers­te Tages­etap­pe führ­te uns in etwa 7 Stun­den von Bonn bis kurz vor den Gott­hard. Im Schäf­li haben wir über­nach­tet, in alpi­ner rot-weiß-karier­ter Bett­wä­sche. Aller­dings wür­de die­se Farb­kom­bi­na­ti­on auch ziem­lich vie­len rhei­ni­schen Karnevalist*innen gefal­len.

Schon am Sams­tag mor­gen um kurz nach acht war Stau vor dem Gott­hard-Tun­nel. Spon­tan ent­schei­den wir uns für die Pass­stre­cke, auf der wir auch zügig vor­an­kom­men. Erst beim Grenz­über­gang Como staut es sich wie­der. Anschei­nend wol­len noch mehr Leu­te nach Ita­li­en. Wei­ter­le­sen

Auch die letzte Wohnung sollte bezahlbar sein.

Heu­te mor­gen war ich beim durch­blät­tern von fb wohl noch nicht ganz wach. Den Post oben habe ich über­flo­gen und so bei mir gedacht: das hät­te ich dem Uli gar nicht so zuge­traut, dass ihm die Fried­hofs­ge­büh­ren so am Her­zen lie­gen, dass er sie zum The­ma des Bun­des­tags­wahl­kamp­fes macht. Ist ja irgend­wie rich­tig, auch da geht es um bezahl­ba­ren Wohn­raum. Oder eher Lie­ge­platz. Aber was hat die BIMA damit zu tun?

Also noch­mal in Ruhe lesen: ups, da war er, der Vor­le­ser: hat das Zeug zwi­schen mei­nen Ohren aus “Fries­dorf” “Fried­hof” gemacht…

Und ich ent­schul­di­ge mich bei allen Friesdorfer*innen: Ich mag Fries­dorf! Fries­dorf ist kein Fried­hof…

Umbrien 2017: Tag 12 — Die südliche Valle Umbra, Tag 1

Vor ein paar Jah­ren hat­ten wir uns vor­ge­nom­men, für Tou­ren, wo es — vor­her­seh­bar — viel zu sehen gibt, von Anfang an zwei Tage ein­zu­pla­nen, also eine Über­nach­tung „außer­halb“. Vor zwei Jah­ren ging es in die Val­ne­ri­na, die­ses Jahr nicht ganz so weit in die süd­li­che Val­le Umbra zwi­schen Foli­gno, Cas­tel Rital­di und Tre­vi.

Der Tag fing am Haus nach zwei küh­le­ren Tagen, an denen es auch gereg­net hat­te, mit einem impo­san­ten Blick auf ein mit Nebel gefüll­tes Tal an.

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Umbrien 2017: Tag 6 — Toskana-Tour

Jetzt sit­zen wir hier, auf der Ter­as­se der Can­ti­na Gat­ta­vec­chi in Mon­te­pul­cia­no. Die Son­ne ist schon unter­ge­gan­gen, lang­sam wird es dun­kel und auf der ande­ren Sei­te des Tals gehen immer mehr Lich­ter an. Wir hat­ten ein wun­der­ba­res Abend­essen und bestel­len gleich für mich noch ein Glas Wein. Heu­te Abend haben wir sogar Live­mu­sik vor der Nase. Wäh­rend wir geges­sen haben, bau­te die eine Hälf­te einer 2‑Mann-Band die Per­cus­sion direkt vor uns auf, der zwei­te spielt Gitar­re und wir hören einen Mix aus Rock und Jazz, sehr schön. Wei­ter­le­sen

Und es war kein Raum in der Herberge…

Am letz­ten Don­ners­tag hat­te ich ein ech­tes Krip­pen-Erleb­nis. Ich war von den Initia­to­ren des Deut­zer Forums zum dies­jäh­ri­gen leben­di­gen Advents­ka­len­der ein­ge­la­den wor­den, einen Kurz­vor­trag zum The­ma „Weih­nachts­krip­pen“ zu hal­ten. Als Ort war die Krip­pe im Hori­on-Haus des LVR vor­ge­schla­gen, die dort seit vie­len Jah­ren auf­ge­baut wird und auch schon lan­ge Teil des Köl­ner Krip­pen­we­ges ist. Nun, in die­sem Jahr nicht. Ich kam etwa eine hal­be Stun­de vor Beginn mei­nes Advents­ka­len­der-Fens­ters in Deutz an, betrat das Foy­er des Hori­on-Hau­ses und fand: kei­ne Krip­pe. Der freund­li­che Herr am Emp­fang konn­te mir nicht wei­ter­hel­fen. Krip­pe, hät­te er noch nie hier gese­hen. Auch sei­ne Nach­fra­ge beim Kol­le­gen im Lan­des­haus gegen­über blieb erfolg­los: auch dort kei­ne Krip­pe. Was tun? Inzwi­schen waren die ers­ten am Krip­pen­vor­trag inter­es­sier­ten Deut­ze­rin­nen und Deut­zer ein­ge­trof­fen. Mei­ne ers­te spon­ta­ne Idee war: wir bau­en ein­fach selbst eine leben­di­ge Krip­pe auf. Eine der Teil­neh­me­rin­nen war direkt begeis­tert und zog ihre Haar­span­ge aus dem Zopf: „Das ist der Stern von Beth­le­hem!“ Eine schö­ne Idee, denn die Haar­span­ge ließ sich per Knopf­druck zum Leuch­ten brin­gen. Eini­ge der Anwe­sen­den erklär­ten sich auch spon­tan bereit, die Hir­ten zu spie­len. Wei­ter­le­sen

Von echten und symbolischen Kürbisköpfen

Heu­te Abend ist es also wie­der so weit: Mit Beginn der Däm­me­rung lau­fen gru­se­lig ver­klei­de­te Kin­der durch ihre Wohn­vier­tel und for­dern mit dem Ruf „trick or tre­at“ Süßig­kei­ten ein. Wenn die klei­nen schon längst wie­der zu Hau­se sind, zie­hen die älte­ren Geschwis­ter zur Hal­lo­ween­par­ty, zurecht­ge­macht als Hexe, Vam­pir, Zom­bie oder sonst wie, Haupt­sa­che irgend­wie schau­rig. Eltern genie­ßen den dann ruhi­gen Abend mit Kür­bis­sup­pe, viel­leicht exo­tisch mit Kokos­milch, viel­leicht klas­sisch mit Kür­bis­öl und gerös­te­ten Kür­bis­ker­nen. Damit lässt sich ja wun­der­bar das beim Aus­höh­len der Deko-Kür­bis­se für den Vor­gar­ten ange­fal­le­ne Kür­bis­frucht­fleisch ver­ar­bei­ten. Alle freu­en sich auf den fol­gen­den Fei­er­tag Aller­hei­li­gen zum Aus­schla­fen. Es ist Hal­lo­ween.

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Das Imperium schlägt zurück

pfffft-pschschschscht

pfffft-pschschschscht

Heu­te auf dem Nach­hau­se­weg ist mir Darth Vader begeg­net. Mit Rol­la­tor. Zumin­dest habe ich das eine gan­ze Wei­le geglaubt. Auf dem Fuß/Radweg die Bahn­glei­se ent­lang in Drans­dorf, wo etwas merk­wür­di­ge Gestal­ten eigent­lich ganz regel­mä­ßig ver­keh­ren. Also eine Gestalt mit schwar­zem Umhang, schwar­zem Helm — und ich mein­te auch schon das typi­sche “pffft-pschschschscht” zu hören. Das mit dem Rol­la­tor hät­te ja auch gepasst, denn das letz­te Mal, als ich ihn gese­hen habe, sah er gar nicht gut aus. Man­che Leu­te soll­ten den Helm ein­fach grund­sätz­lich nicht abneh­men.

Beim Näher­kom­men ent­pupp­te sich Darth Vader dann als klei­ner Mann mit zu gro­ßer schwar­zer Base­cap, der sei­ne halb­lan­ge Jacke umge­legt hat­te und einen beim Aldi mit­ge­nom­me­nen Ein­kaufs­wa­gen schob. Über dem Ein­kaufs­wa­gen lag noch ein dunk­les Tuch/Textil, viel­leicht um die­ses gute Stück sicher und unbe­merkt nach Hau­se zu brin­gen. Im Gegen­licht der tief­ste­hen­den Son­ne waren dann die Din­ge irgend­wie neu zusam­men­ge­setzt.

Ich brau­che viel­leicht doch eine Bril­le.

(Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Amsterdam_-_De_Dam_-_Figure_1_%28Darth_Vader%29.JPG, Aut­hor: rudol­p­hous, 03.09.2011)

Sie sind zurück…

Frühling

Früh­ling

Ja, wie Ste­phan schon schrieb, wir haben in den letz­ten drei Wochen ein biss­chen ange­fan­gen, unsern Gar­ten früh­jahrs­fit zu machen. Zum Bei­spiel mit ein paar bun­ten Blü­ten. Und die ers­ten Samen­kör­ner sind auch in Töpf­chen gesetzt: Löwen­mäul­chen, Jung­fer im Grü­nen, Ake­lei — und natür­lich die obli­ga­to­ri­sche Kapu­zi­ner­kres­se. Auch die im letz­ten Som­mer aus Ita­li­en mit­ge­brach­ten Samen von Pflan­zen, die dort ver­mut­lich Unkraut hei­ßen und Weg­rän­der zuwu­cher­ten, habe ich mal test­wei­se in Töpf­chen gesät.

Stiefmütterchen

Stief­müt­ter­chen

Vom ers­ten Gar­ten­markt-Aus­flug hat­te ich nicht nur Pri­meln, Hya­zin­then und Oster­glo­cken mit­ge­bracht, son­dern auch eine Palet­te mit 30 Horn­veil­chen (die ich fast so lie­be wie Ake­lei und Kapu­zi­ner­kres­se) für 5 Euro. Ein Schnäpp­chen sozu­sa­gen. Die habe ich ins Beet an der Ter­as­se gepflanzt, so als Rand­ge­stal­tung. Nach zwei Tagen war klar: die­se Horn­veil­chen sind kei­ne Horn­veil­chen son­dern Stief­müt­ter­chen. Hm, aber gut. Wir geben Ihnen eine Chan­ce.

Viel schlim­mer war aber die Ent­de­ckung am Frei­tag abend. Ein klei­ner Rund­gang durch den Gar­ten — und die Stief­müt­ter­chen sind ange­fres­sen.

sie sind geschlüpft - Nacktschnecken

sie sind geschlüpft — Nackt­schne­cken

Sofort die Hand­schu­he ange­legt und das Salz zurech­ge­stellt — aber bis auf eine ein­zi­ge win­zig klei­ne habe ich kei­ne Nackt­schne­cke ent­de­cken kön­nen. Die sind ver­mut­lich so klein, dass sie ein­fach in der gemulch­ten Erde nicht auf­fal­len. Und obwohl es nun wie­der etwas küh­ler gewor­den ist, sind sie aktiv und hung­rig — sie wol­len ja in ca. 12 Wochen etwa 20mal so groß sein wie jetzt…

Mal sehen, wer über­lebt — mor­gen kau­fe ich Schne­cken­gift.

 

Radio

Heu­te sind wir von unse­rem Wochen­dendaus­flug nach Del­men­horst zurück­ge­fah­ren. Auf der A1 immer gera­de­aus (zumin­dest bis kurz nach Müns­ter, dann gibt es auch mal ein paar lan­ge­zo­ge­ne Kur­ven).

Auf der Fahrt haben wir Radio gehört. WDR 2. Wir sind dran­ge­blie­ben, manch­mal fiel es schwer.

Noch vor der Auf­fahrt auf die Auto­bahn auf der Land­stra­ße zwi­schen Del­men­horst und Wil­des­hau­sen, irgend­wo in der nie­der­säch­si­chen Pam­pa. Mode­ra­tor: “Wir schal­ten jetzt zu unse­rem Repor­ter nach Win­ter­berg. Er hat Fra­gen, die weh tun.” Tat­säch­lich. Es ging um die Anzahl der Per­so­nen in einem 4er-Bob, die Fra­ge, seit wann rodeln oly­misch ist, wie sich die nie­der­län­di­sche Zuschaue­rin gera­de fühlt, so hoch über dem Mee­res­spie­gel, und wann denn die Win­ter­spie­le end­lich nach Win­ter­berg kom­men. Ich glau­be, die haben einen Prak­ti­kan­ten geschickt, oder es lief eine Wet­te — schaf­fe ich es, 4 Minu­ten kom­plett hirn­frei­es bla­bla über den Sen­der zu krie­gen…

Ein dann doch wit­zi­ger Zufall war es, dass das Städ­te­quiz mit Pofal­la­la, bei dem es “Müns­ter” zu erra­ten galt, genau über den Sen­der ging, als wir gera­de an Müns­ter vor­bei­ge­fah­ren waren (nach dem Fah­rerwech­sel am Rast­hof Müns­ter­land). Für einen zwei­ten Lacher sorg­te die Dame, die das Rät­sel auf­lö­sen durf­te und dafür zwei Kon­zert­kar­ten bekam: “Ich will nach Rob­bie Wil­liams”

Danach lief eben­falls pas­send Bon Jovi “Keep the brain”. Inzwi­schen waren wir kurz hin­ter Hagen.

Bei Lever­ku­sen schal­ten wir zurück nach Win­ter­berg. Der Prak­ti­kant hat es geschafft, den Gewin­ner des Rodelns vor sein Mikro­fon zu bekom­men — ein Lehr­stück für die bekann­te Pro­ble­ma­tik: wer blöd fragt, bekommt auch eine blö­de Ant­wort.

Im gan­zen eine sehr ent­spann­te Rück­fahrt — und wir sind trotz allem dran­ge­blie­ben. Wir mögen WDR2

Wettkochen? Die Generalprobe für Heiligabend

Seit eini­ger Zeit schon über­le­gen wir: Was kochen an Hei­lig­abend? In die­sem Jahr fei­ern wir die­sen Abend mit den Freun­din­nen H. und B., wie schon häu­fi­ger in den letz­ten Jah­ren. Ganz tra­di­tio­nell tref­fen wir uns am nach­mit­tag und begin­nen mit einer gemein­sa­men Küchen­schlacht für ein min­des­tens 3‑Gän­ge-Menü. In die­sem Jahr sind wir für den Haupt­gang zustän­dig. Ich hat­te vor ein paar Tagen ein kuli­na­ri­sches Bild vor Augen: Wild, kurz­ge­bra­ten, in einer Sau­ce aus Kir­schen und Scho­ko­la­de, mit einer kar­tof­fel­li­gen Bei­la­ge.

Wozu gibt es das Inter­net? Ein­fach ein­ge­ben “Rezept”, “Kir­schen” und “Wild” und goog­le spuckt aus: “Hirsch mit Kirsch” aus “Essen und Trin­ken”.

Das Rezept klang ganz gut, mir fehl­te aller­dings die Scho­ko­no­te. Ste­phan hin­ge­gen, der kon­se­quen­te Rezept­ko­cher, war gar nicht davon ange­tan, die ein­mal gefun­de­ne Koch­an­lei­tung zu vari­ie­ren. Die Lösung: wir müs­sen das aus­pro­bie­ren. Und so haben wir heu­te abend zwei Kirsch­saucen zum Rin­der­steak pro­du­ziert, um über die Vari­an­ten abzu­stim­men. Wir haben das für Euch mal doku­men­tiert:

Kartoffel-Beilage

Kar­tof­fel-Bei­la­ge

Über ein Kar­tof­fel­gra­tin als Bei­la­ge waren wir uns schnell einig. Das kommt erst­mal für eine hal­be Stun­de in den Back­ofen. Wäh­rend­des­sen wur­den die zwei Sau­cen­va­ri­an­ten gemacht.

Rezeptkocher

Rezept­ko­cher gegen…

Varianten-Erfinderin

… Vari­an­ten-Erfin­de­rin

Statt schwarzem nehmen wir mal roten Pfeffer

Statt schwar­zem neh­men wir mal roten Pfef­fer

Angereichert mit Kakao

Ange­rei­chert mit Kakao

Zwei Rindersteaks kurz angebraten

Zwei Rin­der­steaks kurz ange­bra­ten

Fertig

Fer­tig

und auf den Tisch

und auf den Tisch

20131221-203907 Geschmeckt haben uns bei­de Vari­an­ten sehr gut. Und was machen wir jetzt Hei­lig­abend?