Der Osterzopf

Der Osterzopf

Der Osterzopf

Dieses Jahr stand keine Familientour zu Ostern im Kalender. Also Zeit, selbst einen Osterzopf zu backen.

Einen Osterzopf? Was hat es eigentlich damit auf sich?

Die Volkskundlerin im Haus erklärt schnell, dass es sich hierbei nicht (nur) um ein hübsch anzusehendes Brot handelt, sondern um ein so genanntes Gebild[e]brot/-gebäck. Bekannter in diesem Zusammenhang sind Osterlämmer, Weckmänner, Nikoläuse etc.1 Ab-gebildet werden hier z.B. gefaltete Hände, die Finger ineinandergeflochten.

Während der Hefe-Teig also heute morgen ging, sprachen Dagmar und ich kurz über das Rezept:

Dagmar: „Wieviel Salz ist drin?“
Ich: „Keins“
Dagmar: „Wie? Das kann doch dann gar nicht schmecken!“
Ich: „…“

Das war sie also hin, die österliche Sonntagslaune. Als der Zopf dann aber zum Frühstück noch warm auf den Tisch kam, gab Dagmar zu: „Für eine Brot ohne Salz ganz lecker.“

Ergänzend sei angemerkt, dass Dagmar in der Tat eigentlich nur gesalzenes Brot mag. Was uns in Italien — insbesondere Umbrien — manchmal vor Herausforderungen stellt, da dort ungesalzenes Brot nicht nur Standard sondern eigentlich Spezialität ist.

  1. Döring, A., „… und schwur bei der Pfeife des Sankt Nikolaus“ — Dietrich Knickerbocker und die Weckmannspfeife – Neue Nachrichten vom Attribut des Nikolaus-Gebildgebäcks, Alltag im Rheinland, 2015, s. <https://rheinische-landeskunde.lvr.de/media/ilr/volkskunde/produkte/publikationen_1/alltag_im_rheinland/AiR2015_Druckfassung.pdf>

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