Wettkochen? Die Generalprobe für Heiligabend

Seit einiger Zeit schon überlegen wir: Was kochen an Heiligabend? In diesem Jahr feiern wir diesen Abend mit den Freundinnen H. und B., wie schon häufiger in den letzten Jahren. Ganz traditionell treffen wir uns am nachmittag und beginnen mit einer gemeinsamen Küchenschlacht für ein mindestens 3-Gänge-Menü. In diesem Jahr sind wir für den Hauptgang zuständig. Ich hatte vor ein paar Tagen ein kulinarisches Bild vor Augen: Wild, kurzgebraten, in einer Sauce aus Kirschen und Schokolade, mit einer kartoffelligen Beilage.

Wozu gibt es das Internet? Einfach eingeben „Rezept“, „Kirschen“ und „Wild“ und google spuckt aus: „Hirsch mit Kirsch“ aus „Essen und Trinken“.

Das Rezept klang ganz gut, mir fehlte allerdings die Schokonote. Stephan hingegen, der konsequente Rezeptkocher, war gar nicht davon angetan, die einmal gefundene Kochanleitung zu variieren. Die Lösung: wir müssen das ausprobieren. Und so haben wir heute abend zwei Kirschsaucen zum Rindersteak produziert, um über die Varianten abzustimmen. Wir haben das für Euch mal dokumentiert:

Kartoffel-Beilage

Kartoffel-Beilage

Über ein Kartoffelgratin als Beilage waren wir uns schnell einig. Das kommt erstmal für eine halbe Stunde in den Backofen. Währenddessen wurden die zwei Saucenvarianten gemacht.

Rezeptkocher

Rezeptkocher gegen…

Varianten-Erfinderin

… Varianten-Erfinderin

Statt schwarzem nehmen wir mal roten Pfeffer

Statt schwarzem nehmen wir mal roten Pfeffer

Angereichert mit Kakao

Angereichert mit Kakao

Zwei Rindersteaks kurz angebraten

Zwei Rindersteaks kurz angebraten

Fertig

Fertig

und auf den Tisch

und auf den Tisch

20131221-203907 Geschmeckt haben uns beide Varianten sehr gut. Und was machen wir jetzt Heiligabend?

Murphy’s law gilt auch bei Tauben

Gestern war ich mal wieder in der Stadt. Das erste Mal in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Gemeinsam mit Freundin H., mit der ich mich seit vielen Jahren schon an einem Adventsabend auf dem Weihnachtsmarkt treffe, um ein bisschen zu gucken, Glühwein und einen Eierpunsch zu trinken und mal sehen, was der Abend so bringt. Eigentlich hassen wir Eierpunsch, aber egal, Tradition ist Tradition. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.

Gestern also war unser 2013er Mädels-Weihnachtsmarkt-Termin. Auf dem Weg zum Bahnhof, wo ich Freundin H. abholen wollte, traf ich am Eingang zum Münsterplatz auf einen Trupp Tauben. Die waren beschäftigt mit einer heruntergefallenen Tüte Popcorn. Sehr aufgeregt beschäftigt. Einer stand ein bisschen daneben und kriegte nichts ab. Aber dann kam seine Chance: Aus der Tüte rollte ein nicht aufgepopptes Maiskorn – man kennt das ja aus dem Kino, immer sind so ein paar nicht aufgepoppte Maiskörner knochenhart dazwischen. Dieses Korn nun rollte raus. Und der Täuberich hinterher. Das Maiskorn kullerte und kullerte, meterweise, und der Täuberich hinterher und pickte immer daneben. Es erinnerte ein bisschen an „kantaper, kantaper, in den Wald hinein“. Nur ohne Pfannkuchen. Dass massenweise Leute unterwegs waren und er andauernd irgendwelchen Füßen ausweichen musste, das war dem Täuberich aber völlig egal. Seine Geduld wurde aber belohnt: Irgendwann blieb das Maiskorn in einer Ritze zwischen den Pflastersteinen liegen. Jetzt aufpicken und feststellen, verdammt, dieses Ding ist ja knochenhart. Eben Murphy’s law.

Wenn der Name…

Über Namen und deren Bedeutung gibt’s ja vieles zu erzählen. In christlichen Kreisen heißt es stets, Benjamin ist kein Name, sondern ein Programm, Benjamins (oder Benjamine?) haben meist nur ältere Geschwister. Etwas bekannter dürfte der Spruch sein „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.“ Bei Firmen- und Produktnamen wird es ungleich komplizierter. So wird immer gerne von den großen PR-Abteilungen multinationaler Konzerne berichtet, in denen Heerscharen gewiefter PR-Strategen damit beschäftigt sind, Produkte Namen zu verpassen, die a) eingängig, b) unverwechselbar, c) nicht durch andere Unternehmen oder gar Mitbewerber belegt sind und d) auch sonst keine weiteren Katastrophen heraufbeschwören. Trotzdem passieren immer mal wieder mehr oder weniger gravierende Ausrutscher. Erinnert sich noch jemand an den Microvan Serena von Nissan? Wer fährt schon gerne mit einer Damenbinde durch die Gegend? Es geht aber auch kleiner, einfacher:

Firma FKK

Firma FKK

Memento mori im Mittelrheinexpress

Gestern auf dem Weg von Köln nach Bonn, Mittelrheinbahn, kurz nach 12 Uhr. Es ist überschaubar gefüllt, eigene Bankreihe für mich alleine, beobachtungstechnisch günstig im hinteren Teil des Wagons. Denn ich habe die Zeitung zuhause vergessen, kein Buch dabei – was also tun auf der gut 30miniütigen Zugfahrt. Mitreisende beobachten. Leute unterschiedlichen Alters hantieren mit ihren Handys, ein junger Mann liest auf so einem Dings-Lesegerät, eine Frau hat tatsächlich ein echtes Buch, zwei junge Männer unterhalten sich über ihre Vorlesung. Eine junge Frau brütet über handschriftlichen Notizen, blonder Zopf, Trekkingjacke. Nachdem sie ihre Notizen in mädchenhafter, leicht nach links gekippter Schrift einmal durch hat, greift sie in ihre große weiße Tasche und zieht einen Schädel heraus. Sie hält den grinsenden Totenkopf mit der linken Hand, schaut ihn an und fährt sorgfältig und langsam mit den Fingern an den Kanten von Jochbein und Oberkiefer entlang, blickt dabei immer wieder in ihre Unterlagen. Sie fühlt mit den Fingerspitzen über das Schädeldach, tastet die Ränder der einzelnen Platten, erst von außen, dann öffnet sie den Schädel von oben und fühlt wiederum innen an den Rändern entlang. Vermutlich ist sie eine Medizinstudentin, die gerade den Schädelkurs macht. Aber ihr beim Erkennen der Schädelknochen zuzuschauen, hat etwas faszinierendes, ist es doch eine Art Umkehrung eines klassischen Bildes: Der Tod und das Mädchen.

Der Tod und das Mädchen

Der Tod und das Mädchen

Zum Philosophieren blieb keine Zeit: „In wenigen Minuten erreichen wir Bonn Hauptbahnhof, sie haben Anschluss an den ICE 1207 nach Berlin und die Regionalbahn nach Euskirchen.“ Ab mit dem Schädel in die Tasche, die Mappe mit den Notizen hinterher und zur Tür. Sieht ganz harmlos aus, die junge Frau mit blondem Zopf und großer weißer Tasche.