Gartennotiz 009: Ein Garten für einen mathematikaffinen Menschen

AbsoluteBeginnersSonnenblumeAnimation300Nicht nur einmal treffen bei Dagmar und mir Welten zusammen, wenn es um die Gestaltung des Gartens geht. Ich bin da eher der pedantische Planer, der erstmal eine Skizze macht, überlegt, was sich im Laufe des Jahres wie entwickeln könnte etc. pp. Dagmar ist da eher die Spontane: „Wir machen das so und so, das sieht dann bestimmt schön  aus.“ So ist also unser Garten von einer gewissen Spannung zwischen diesen Polen geprägt. Jetzt könnte man ja auf den Gedanken kommen, dass es bei mir so weit geht, dass ich versuche, den Verlauf der Beetkanten entweder als exakt gerade Linie oder aber der Krümmung einer höheren Funktion oder gar einer Spline-Funktion anzupassen. Aber dem ist nicht so. Der Verlauf ist eher dem spontanen Wirken von Spaten, Axt und Spitzhacke geschuldet.

Völlig begeistert bin ich aber dennoch, wenn jetzt die Sonnenblumen in unserer Blumenwiese blühen. Nicht nur, weil wir es endlich geschafft haben, Pflanzen der Gattung Helianthus „groß“ zu bekommen, bevor sie von Schnecken aufgefressen wurden. Sie faszinieren mich auch immer wegen der Ausbildung der Spiralen der Samenkörner in der Blüte. Diese folgen in Ihrer Anordnung dem Goldenen Winkel bzw. deren Anzahl wird bestimmt durch das Bildungsgesetz der Fibonacci-Folge: f_n = f_{n-1} + f_{n-2} für n \ge 2 mit f_0 = 0 und f_1 = 1. 1

Nach dem ich nun allen wahrscheinlich den Spaß an dieser Blume gründlich verdorben habe, bleibt eigentlich nur eins festzustellen. Sonnenblumen sind nämlich vor allem eins: wunderschön!

Sonnenblume

Sonnenblume

 

Notes:

  1. Böse Zungen behaupten, diesen Beitrag hätte ich nur geschrieben, um die \LaTeX-Fähigkeiten von WordPress zu testen.

Gartennotiz 008: Eibe

AbsoluteBeginnersEibeAnimation300Als wir den Garten mit dem Haus übernommen haben, standen da neben die vielen wirklich schönen Pflanzen (die wir zur Zeit teilweise immer noch freilegen) auch eine Eibe, mehrere (Schein-)Zypressen und Kirschlorbeerbäume. Diese haben den in seiner Anlage wunderschönen Garten unglaublich dunkel gemacht. Also mussten die Bäume raus. Im ersten Schritt haben wir sie bereits 2011 gefällt, aber die Wurzeln sind bis dato geblieben. Während die Zypressengewächse damit „erledigt“ waren, sprießen Lorbeer und Eibe scheinbar um so kräftiger. In diesem Frühjahr hatten wir dann direkt wieder einen dicken kleinen Weihnachtsbaum unmittelbar vor der Terrasse stehen. Langfristig war der erste Anlauf also nicht so erfolgreich, die Wurzeln müssen früher oder später raus. Diese Aktion stand nun also auf dem Programm. Mitten im Sommer. Mitten im heißen Sommer. Um kurz vor 10:00 Uhr haben wir also angefangen. Mit dem Spaten ins Erdreich? Komplette Fehlanzeige. Also mussten Nachbars Axt und Spitzhacke ran. Irgendwann hatten wir also den unterirdischen Teil des Stamms rundherum freigelegt. Nun konnten wir die Wurzel mit vereinten Kräften rausbrechen. Übrig bliebt ein Krater. Auf Grund des soliden Wurzelwerks vermuten wir, dass es sich um eine Europäische Eibe (Taxus baccata oder auch Gemeine Eibe, s. → Wikipedia) gehandelt hat. Wieder etwas gelernt. Und der Kirschlorbeer kommt auch noch dran!

Gewonnen!

Gewonnen!