Urlaubsnotizen 2013, Nr. 6: Regen — Kultur

Von Menschen und WildschweinenTat­säch­lich ist der Him­mel grau und es tröp­felt lei­se vor sich hin. Also gut, dann geht es heu­te nach Città di Cas­tel­lo: Dort waren wir schon oft, aber noch nie in den bei­den Bur­ri-Samm­lun­gen und in der städ­ti­schen Pina­ko­thek. Und das, obwohl Città als Kunst­stadt in jedem Rei­se­füh­rer gerühmt wird.
Also zuerst zu den Tabak­s­hal­len, wo der ita­lie­ni­sche Künst­ler Alber­to Bur­ri für sei­ne groß­for­ma­ti­gen Wer­ke und Skulp­tu­ren einen wirk­lich idea­len Ort gefun­den hat. Zunächst über­le­gen wir aber, ob wir direkt wie­der umkeh­ren — ein Auf­lauf von Men­schen mit Namens­schil­dern, ein Tisch mit Geträn­ken: das sieht aus wie eine Aus­stel­lungs­er­öff­nung oder so. Nun, wir fra­gen nach und erfah­ren, nein, kei­ne geschlos­se­ne Gesell­schaft, wir kön­nen natür­lich ins Muse­um. Und wenn wir die Muse­ums­kar­te für 10 Euro kau­fen, nicht nur in die Tabak­s­hal­len, son­dern auch noch in die zwei­te Bur­ri-Samm­lung in Città und in diver­se ande­re Muse­en mit ermä­ßig­tem Ein­tritt.
Die ers­te Samm­lung Bur­ri gefällt uns aus­ge­spro­chen gut. Beson­ders die schwar­zen Seri­en, ins­be­son­de­re eine mit dem Titel: “Non amo il Nero”. Lei­der gibt es von die­ser kei­ne Dru­cke oder Post­kar­ten — ver­mut­lich ein­fach ver­dammt schwer zu foto­gra­fie­ren…
Wäh­rend wir noch in der Aus­stel­lung sind, beginnt es zu schüt­ten wie aus Eimern. In die­sen Tabak­s­hal­len ist das eine unglaub­li­che Akus­tik. Es hört gar nicht wie­der auf. Wir blei­ben noch eine Wei­le am Ein­gang sit­zen und war­ten auf das Ende des Regens. Schließ­lich lei­hen wir uns einen Regen­schirm aus und Ste­phan holt damit unse­ren eige­nen aus dem Auto. Mit Regen­schirm geht es dann wei­ter ins nächs­te Muse­um — nein, das hat gera­de für die Mit­tags­pau­se geschlos­sen. Also gehen wir auch einen caf­fé trin­ken — und ein cor­net­to dazu essen — mit Scho­ko­la­de…
In einem sehr schö­nen Renais­sance-Palaz­zo fin­det sich das zwei­te Bur­ri-Muse­um. Hier wir­ken die Bil­der im Zusam­men­spiel von abs­trak­ter Kunst und dem Renais­sance-Ambi­en­te beson­ders inter­es­sant.
Die Bur­ri-Samm­lun­gen haben sich auf jeden Fall gelohnt. Nun besu­chen wir auch noch die Pina­ko­thek, das kom­mu­na­le Muse­um. Rafa­el hat sei­ne ers­ten Sachen hier in Città gemalt. Lei­der sind die­se Wer­ke alle nicht mehr vor Ort, son­dern in gro­ßen und bekann­ten Samm­lun­gen von Flo­renz bis New York ver­teilt… Trotz­dem ganz schön, beson­ders die Fres­ken, die sich als Frie­se durch den gesam­ten Bau zie­hen und in jedem Raum anders sind. Als wir durch sind, reicht es auch — drei Kunst­mu­se­en an einem Tag! Jetzt haben wir uns ein Eis ver­dient, inzwi­schen hat es auch auf­ge­hört zu reg­nen. Wir schlen­dern noch ein biss­chen durch Cittá und fah­ren dann zurück zum Haus.CittaDiCastelloRegen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.