Tauben und Männer

Was für ein schöner Abend. Ich sitze noch draußen im Garten und tue mal nichts. Ins Grün schauen ist gut für die Augen. Dabei fällt mir auf, dass hier ganz schön viele Vögel sind. Amseln, Meisen – eine komplette Familie, mindestens vier junge, die permanent irgendwas in den Schnabel gestopft kriegen. Was für ein Lärm. Aber jetzt ziehen sie weiter zu Nachbars. Dafür kommt ein Taubenpärchen. Nein, ich glaube, kein Paar. Er verfolgt sie. Von der Kiefer der Nachbarn links in unsere große Birke, runter aufs Gras, rauf auf die kleine Birke, zurück auf die Kiefer, und nochmal kehrt auf die kleine Birke. Jetzt hat sie endgültig genug und macht sich komplett vom Acker. Er bleibt sitzen. Sieht etwas bedröppelt aus. Verlassen und abgewiesen. Tja, Typ, war wohl nix.

Tauben haben ja einen nicht so guten Ruf. „Luftratten“ und so. Aber wenn ich mir den verlassenen Täuberich so anschaue, sind das eigentlich ganz hübsche Vögel. Jetzt fängt er an zu gurren, ganz traurig und leise. Ich bekomme fast schon Mitleid. Da kommt ein zweites Taubenpaar vorbeigeflogen – ganz schnell mal hinterher, denkt sich der Täuberich. Und weg ist er. Nun, ist das ein dreister Versuch, dem anderen Täuberich das Täubchen auszuspannen, oder waren das vielleicht zwei Single-Tauben, die es anzubaggern lohnt? Schönen Abend.

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